Zukunft kostet Geld

Bits und Bytes sorgen dafür, dass die Kreativbranche mächtig unter Zugzwang steht: Der E-Book-Markt kommt unaufhaltsam in Bewegung. Weil Google, Amazon und Co. ihre Claims längst abgesteckt haben und zugleich die Zahl der gestohlenen Buchinhalte auf Tauschbörsen beinahe im Minutentakt wächst, durchzog das Thema fast alle Gespräche auf der Tagung der AG Publikumsverlage in München.

Das Ausmaß der Herausforderung ist erkannt. In vielen Verlagen werden erforderliche Reaktionen aber immer noch auf die lange Bank geschoben. Nach dem Motto: „Erst mal sehen, was die anderen machen.“

Natürlich wird im allgegenwärtigen Lamento über die Wirtschafts- und
Finanzkrise nicht gern über Investitionen nachgedacht. Der Einstieg in den
E-Book-Markt kostet sicher mehr Geld, als viele Verleger bislang wahrhaben wollen. Das hat die Modellkalkulation von Michael Justus, kaufmännischer Geschäftsführer der S. Fischer Verlage, an der Isar gezeigt.

Gleichwohl ist es das Gebot der Stunde, möglichst rasch nötige Infrastrukturen für eigene Geschäftsmodelle zu entwickeln und aufzubauen. Harte Bandagen werden die Verlage überdies bei den in Zukunft anstehenden Verhandlungen mit Handelspartnern und Autoren anlegen müssen. Sie verlangen ebenfalls ihre Stücke vom Kuchen und fordern zum Teil Traumkonditionen ein, während nichts zu verschenken ist.

Tatsache ist, dass die Taktrate der Technologie bei allen noch herrschenden Unwägbarkeiten den Druck erhöht: Verkäufliche E-Book-Reader für digitale Inhalte, die auf ein internetaffines Lesepublikum treffen, sind auf dem Sprung in den Handel. Verlage, die jetzt Entscheidungen vertagen und weiter zögern, verpassen den Zug in Richtung Zukunft.

Rainer Uebelhöde;  aus: buchreport.express 5/09

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