Nebenschauplatz

Dem technischen Kopierschutz digitaler Dateien könnte das letzte Stündlein geschlagen haben. Mit dem flächendeckenden Einspeisen nicht kopiergeschützter Titel in das Download-Portal iTunes hat Apple dem Digital Rights Management (DRM) in der Musikbranche vermutlich den Todesstoß versetzt – und auch für den Internet-Hörbuchmarkt Fakten geschaffen. Bei den Hörbuchverlagen gehen die Meinungen weit auseinander. Aber auf mittlere Sicht ist ohnehin äußerst fragwürdig, ob sie gegen die Musikbranche überhaupt eine andere DRM-Strategie behaupten könnten.

Die Diskussion über den ineffizienten und nutzerunfreundlichen Schutz DRM wird damit umso schneller zum Nebenkriegsschauplatz. Ins Zentrum rückt die Frage, ob es gelingt, wirksame Schutzmechanismen gegen die grassierende Internet-Piraterie durchzusetzen. Doch anders als in Frankreich und Großbritannien, wo längst Erfolg versprechende Modelle praktiziert werden, liegt vor der deutschen Kreativwirtschaft noch eine weite Strecke bis dahin.

Denn der Weg zum effizienten Schutz führt über den Zugriff über die Daten der Internet-Provider, die sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, im Kampf gegen illegale Downloads mitzutun. Gut möglich, dass sie sich nur durch ein entsprechendes Gesetz in die Pflicht nehmen lassen.

Auch ein solches Gesetz wird den Piraterie-Geschädigten nicht in den Schoß fallen. Selbst wenn die zuständigen Politiker die bisherige Bevorzugung des vermeintlichen Daten- und Verbraucherschutzes aufgeben sollten, vor der Bundestagswahl im September bewegt sich im politischen Berlin nichts mehr. Die Buchbranche täte gut daran, die erzwungene Atempause zu nutzen, um ihre Kräfte für die danach anstehenden Auseinandersetzungen zu sammeln.

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