Postskriptum: George W. Buch

Bush: Beschäftigungslos

Der scheidende US-Präsident George W. Bush hat sich jetzt in einem CNN-Interview zu seinen Zukunftsplänen geäußert. Er werde nach Texas zurückkehren und möglicherweise ein Buch schreiben, erklärte der angehende Ex-Staatschef. Bush: „Ich will, dass die Leute die Wahrheit darüber kennen, wie es ist, im Oval Office zu sitzen.“ Politikinteressierte seien allerdings vor zu großer Vorfreude gewarnt: Wenn Bush als Autor ähnlich glücklich agiert wie als Politiker, wird man nie wieder von dem Buch hören.   

Spiele: Szenisch

Die „FAZ“ amüsiert sich über eine Meldung des Informationsdienstes „Hollywood Reporter“, derzufolge in der Traumfabrik an einer Verfilmung des Spiels „Monopoly“ gearbeitet wird. „Irgendwann kommt womöglich noch ,Mensch ärgere dich nicht ! – Der Film“, spottet das Blatt. Dabei ist die „Monopoly“-Meldung so überraschend gar nicht. Schließlich werden in Hollywood ständig Spiele-Klassiker wie „Fangen“, „Verstecken“ oder „Räuber und Gendarm“ in Szene gesetzt. Man spricht auch nicht umsonst von „Spielfilmen“. Wirklich spannend wäre übrigens mal eine Verfilmung von „Plumpsack“.    

Delphi: Deftig

Eifrige Bildungsbürger fragen mich immer wieder: Muss man ein Gedicht von Durs Grünbein kennen? Ich antworte dann: Unbedingt, und zwar dieses hier (gerade wieder erschienen in seinem Insel-TB „Liebesgedichte“): „Denk, wie wir gegangen wären durch Hallen, / So vom Licht gereinigt, so schattig wie diese. / Wie wir, hinter dorischen Säulen sitzend, / Mit Blick auf die Bude der Zeichendeuter, / Uns erleichtert hätten, Mann neben Frau. / Keine Scham hätte uns abgehalten zu lachen / Über den furzenden alten Glatzkopf, vertieft / In ein Selbstgespräch, als wäre sein Hintern / Der berühmte Omphalos, Nabel der Erde, / Seine Blähung das ferne Orakel von Delphi.“  

kath.net: Katholisch

Der katholische Internetdienst kath.net hat angefangen, Pressetexte in lateinischer Sprache zu veröffentlichen („Quid Benedictus XVI. Iudaeis dixerit. De reverentia ei praestanda qui se differat ab aliis…“).  Auf den ersten Blick versteht man den Sinn dieser Neuerung nicht unbedingt, da es kaum jemanden geben dürfte, der keine lebende Sprache, sondern nur Latein versteht. Als Kommentar zu dem von den evangelischen Kirchen ausgerufenen Gedenkjahrzehnt für den Reformator und Bibelübersetzer Martin Luther ist die Aktion der Internetkatholiken allerdings ziemlich unmissverständlich.

Wörter: Wandelbar

Zum Schluss noch eine Sprachbetrachtung aus dem Buch „Eine Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten (Teil 1 & 2)“ von Dietmar Wischmeyer, gerade wieder als Taschenbuch bei Ullstein erschienen: „Es ist noch nicht lange her, da verstand man unter ,Kotze‘ einen umhangähnlichen Mantel. Was ist heute aus diesem schönen Wort geworden. Wie unsere Sprache doch verroht. Was wird man in 20 Jahren unter ,Liebe‘ verstehen? Einen eitrigen Abszess an der Peniswurzel des Mantelpavians?“

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