Vorsortiert und blankgeputzt

„Die Schwabenkinder“, „Die Entscheidung der Magd“, „Die Rose von Damaskus“ und „Bote ins Jenseits“ heißen die Bücher, die über das Sprungbrett romansuche.de den Weg in die Taschenbuchprogramme großer Verlage wie Rowohlt und Ullstein geschafft haben. Zum Jahreswechsel 2008/09 feiert die virtuelle Manuskriptbörse ihr zehnjähriges Jubiläum. Gegründet wurde sie von der Kölner Autorin, Lektorin und Webdesignerin Heike Prassel. „Ich hatte einen eigenen Roman fertiggestellt und wollte ihn geschickt im Internet vermarkten“, erinnert sich Prassel an ihre Motivation.

Obwohl Prassel anfangs belächelt wurde – kein Verlag würde neben der Durchsicht unverlangt eingesendeter Manuskripte zusätzlich das Internet durchforsten wollen, hieß es –, nahmen große Verlage und vor allem kleine und mittlere das Angebot dankbar an. „Ich schätze sehr, dass auf der Webseite bereits eine Vorauswahl getroffen wird“, meint etwa Katarina Graf Mulli vom Schweizer KaMeRu-Verlag. „Wir sind gar nicht im Stande, die Flut der Manuskripte, die uns monatlich zugeschickt wird, einzeln zu prüfen. Ich war auf Anhieb begeistert.“

Auch die Autoren schätzen die Professionalität, mit der die werbefinanzierte Plattform, die sich, wie Prassel betont, nicht an Zuschuss- und Selbstzahlerverlage richtet,  betrieben wird. Das Konzept ist denkbar einfach: Wer einen Roman präsentieren will, schickt ein Exposé und eine Arbeitsprobe im Umfang von drei Seiten über ein Online-Formular an das Portal. Einer von zehn Lektoren entscheidet dann darüber, ob der Text den Qualitätskriterien entspricht. Wird das Manuskript für gut befunden, bekommt der Autor eine eigene Seite mit Angaben zur Person und zum Roman. Interessierte Verlage können dann direkt zum Autor Kontakt aufnehmen. Derzeit sind rund 330 Arbeitsproben auf der Internetseite gelistet.

Wettbewerbssieger erscheint 2009

Die von romansuche.de bedienten Genres reichen von Krimi und Thriller über Historisches und Liebesromane bis zu Kinder- und Jugendbüchern. 30 Manuskripte warten derzeit in der Rubrik Historischer Roman auf einen Verlag, bei den Thrillern sind es 20, beim Jugendbuch 35.

Um den Erfolg des Internet-Dienstes im zehnten Jahr gebührend zu feiern, hat sich Geschäftsführerin Prassel etwas Besonderes ausgedacht: Im Rahmen eines Romanwettbewerbs hat die Lektorenjury von romansuche.de aus 168 Teilnehmern 25 Favoriten ausgewählt, von denen es wiederum sechs Favoriten in die Endrunde geschafft haben. Die Nominierten sind aufgefordert, ihre vollständigen Manuskripte an den Schweizer KaReMu-Verlag zu schicken. Die endgültige Entscheidung, welcher Roman dort zu
normalen Vertragskonditionen einen Programmplatz erhält, fällt im Februar 2009.

Prassel plant nicht, ihre Plattform noch größer und kommerzieller auszubauen: „Ich kann niemandem Erfolg versprechen; ein Buch auf den Markt zu bringen ist und bleibt Glückssache.“

Helge Rehbein, erschienen in buchreport.magazin 11/2008

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