Postskriptum: Baracks Bücher

Harry: Hilfreich

Die Euphorie über den historischen Wahlsieg von Barack Obama hat sich ein wenig gelegt. Jetzt beginnen die Beobachter bang zu fragen, ob er gegen die gewaltigen Probleme, die sein Vorgänger ihm hinterlässt, wirklich etwas ausrichten kann. Einen Hoffnungsschimmer spenden immerhin die literarischen Vorlieben des Wahlsiegers: Wie die „Bild“-Zeitung herausfand, sammelt der gewählte Präsident „Spiderman“-Comics und hat alle „Harry Potter“-Bände gelesen. Vielleicht hat er sich bei dem Superhelden und dem Zauberlehrling ja das eine oder andere abgeschaut.    

Elke: Empfehlend

Auch wenn Elke Heidenreich ihre Sendung „Lesen!“ auf einem anderen Sender fortsetzen kann, geht ihr der Eklat mit dem ZDF immer noch nach. In einem Interview schimpfte sie jetzt, die Absetzung ihrer Sendung sei „infam“ gewesen und empfahl dem ZDF für ihre Nachfolge: „Vielleicht sollte man ja Bushido fragen oder Dieter Bohlen, dann klappt sicher auch schon ein Sendetermin um 20 Uhr.“ Das klingt fast so, als wollte sie sich doch wieder dem ZDF empfehlen, allerdings als Moderatorin für die Sport-Sendung „Nachgetreten“.    

Veranstaltungen: Verdienstvoll

Märchen gehören zum wichtigsten literarischen Erbe unserer Kultur. Ein entsprechend positives Medienecho findet derzeit die Aktion „Politiker erzählen Märchen“, in deren Rahmen Repräsentanten des Staates Schülern dieses wichtige Kulturgut nahebringen. Vergangene Woche trat zum Beispiel Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im Deutschen Zentrum für Märchenkultur im Berliner Max Liebermann Haus auf und las Schülern das schwedische Märchen „Lasse, mein Knecht“ vor. Auch in früheren Jahren hat die Veranstaltungsreihe „Politiker erzählen Märchen“ bereits regelmäßig stattgefunden, bisher aber immer unter  dem Titel „Wahlkampf“.  

Klappentaxt: Kabarettistisch

Eine lobenswerte Ausnahme von den häufig recht lieblos hingeklatschten Klappentexten auf Büchern hat der Kabarettist Dieter Nuhr für das Buch „Murp!“ von Oliver Uschmann formuliert: „Sie halten es gerade in der Hand. Also können Sie es auch gleich kaufen, oder? Ob Sie es dann auch lesen, steht auf einem anderen Blatt. Da können Sie dann später drüber nachdenken. Setzen Sie sich selbst nicht unter Druck! Man muss auch mal inkonsequent sein … Im Übrigen: Davon handelt dieses Buch.“

Lexikon: Luxuriös

Fast irreführend ist dagegen der Untertitel des von der Zeitschrift „Gala“ und Mosaik bei Goldmann herausgegebenen Buches „Lexikon der Lebensart – Stilvoll leben und genießen mit Geist und Geschmack“ von Andreas Odenwald und Günter Schöneis. Grund: Zwischen den Stichwörtern „Brioni“ und „Bulgari“ sucht man ebenso vergebens nach „Buch“ wie zwischen „Lippenstift“ und „Lobb“ nach „Literatur“. Immerhin gibt es ein Kapitel über „Erotische Romane“. Offenbar ist der großspurige Untertitel so zu verstehen, dass die Autoren Geist eher für Geschmacksache halten.

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