Optimierung der Prozesse ist zwingend

Nachdem der Unternehmensberater Ehrhardt F. Heinold in einem Gastkommentar für buchreport (hier) moniert hatte, dass bei den Verlagen über die digitale Herausforderung das Basisgeschäft vernachlässigt werde – Print brauche unter neuen Vorzeichen eine eigenständige Marktpositionierung –, reagiert der Klopotek-Direktor Helmut von Berg (Foto) mit einem Kommentar: Bessere Produkte und ein verbesserter Marktzugang seien nicht ausreichend.

Lieber Ehrhardt Heinold,

Sie sagen es selbst: „Ich glaube, dass Verlage einfach wieder einen besseren Job machen müssen, als in den Jahren ohne Internetkonkurrenz.“ Matthias Ulmer hat es unlängst so formuliert: „In der Masse der frei und kostenlos verfügbaren Informationen müssen wir rechtfertigen, warum wir Aufmerksamkeit verdienen. Aufmerksamkeit ist die Währung, Relevanz der Wert.“

Meine Position ist zum einen diese: Geschäftsmodelle, die darauf basieren, Content auffindbar zu machen und seine Nutzbarkeit zu gewährleisten, führen nicht zwingend dazu, dass die Nachfrage auf Print hinausläuft. Downloads oder Online-Nutzungen sind denkbare Alternativen. Dennoch kommt der Verfügbarkeit für den Print-Kanal hohe Bedeutung zu, nicht zuletzt, weil damit eine Fertigungslinie verbunden ist, die professionelle Aufbereitung der nachgefragten Inhalte ebenso beinhaltet wie die Haltbarkeit für eine längere Nutzungsdauer. Auch die Ausstattungsqualität genügt professionellen Ansprüchen, ohne dass darunter die schnelle Verfügbarkeit leidet.

Zum andern muss man zusammenfassend feststellen, dass „besseren Produkte“ – was auch immer das sei – und ein verbesserter Marktzugang nicht genügen werden. Die Optimierung gerade des Brot-und-Butter-Geschäfts in seinen grundlegenden Prozessen ist zwingend, weil Kosten senkende Voraussetzung für die Erhaltung – oder gar Erweiterung – des gegebenen Handlungsspielraums.
Es ist keine Frage, dass das Kerngeschäft das Geld verdienen muss, aber eben auch keine mehr, dass man sich in die Sicherung der eigenen Zukunft mit weiter reichenden Ideen und Konzepten, die den treibenden Kräften des Marktes Rechnung tragen, richtig reinknien muss.

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