Lichtblicke auch ohne Harry

Kaum eine Verlags-Zwischenbilanz ist dieser Tage mit so viel Interesse erwartet worden wie die von Bloomsbury. Und selten haben die Finanzmärkte auf zweistellig rückläufige Zahlen so gelassen reagiert, wohl wissend, dass im Jahr eins nach Harry Potter bei der Londoner Verlagsgruppe Einschnitte unumgänglich sein würden. Und die waren nicht ohne: Zwischen Januar und Juni blieb der Umsatz mit 42,1 Mio Pfund (52 Mio Euro) um 18%, der operative Gewinn mit 19,4 Mio Pfund (24 Mio Euro) um 11% hinter den Zahlen des vergleichbaren Zeitraums von 2007 zurück.

Dass CEO Nigel Newton (Foto) dennoch ruhig schlafen kann, liegt zum einen daran, dass der Einbruch weniger stark ausgefallen ist als zunächst befürchtet; zum anderen weist der Sechsmonatsbericht neben Schatten auch viel Licht aus: Abgesehen vom Kinder- und Jugendbuch, das mit 14 Mio Pfund (17,2 Mio Euro) um 53% zurücklag, haben alle anderen Geschäftsbereiche zum Teil kräftig zugelegt.

Ganz besonders zufrieden war Newton mit dem guten Abschneiden im heimischen britischen Markt. Dort hatten Analysten das allgemeine Programm etwas voreilig zum Sorgenkind erklärt, tatsächlich schaffte die Trade-Sparte ein Plus von 34%. Auch die Trendwende bei Bloomsbury USA, das der neue Executive Director Richard Charkin zur Chefsache erklärt hat, war in diesem Umfang (plus 10%) nicht erwartet worden.

Viel Lob gab es für Bloomsburys deutsche Dependance Berlin Verlag, die erneut überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat: 6,1 Mio Pfund (7,5 Mio Euro) haben Elisabeth Ruge und ihr Team zum Umsatz beigesteuert, das ist ein Plus von sage und schreibe 78%. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2007 hatte der Berliner Ableger 8,53 Mio Pfund (10,5 Mio Euro) in der Kasse.

Für das laufende Jahr rechnet Newton für Bloomsbury quer durch alle Verlagsschwerpunkte mit einer anhaltend positiven Entwicklung, auch Wachstum durch Akquisitionen im Nischenbereich schließt er nicht aus. Dafür steht eine mit 54 Mio Pfund gut gefüllte Kriegskasse zur Verfügung.

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