Umsatzkurve zeigt nach unten

Die angespannte wirtschaftliche Großwetterlage in den USA hat mit leichter Verspätung jetzt auch die Buchbranche erreicht. Nachdem 2007 mit einem Umsatzplus von 3,2% auf 24,96 Mrd Dollar (16,91 Mrd Euro) noch deutlich besser ausgefallen war als erwartet, kennen die Zahlen für das erste Halbjahr 2008 mittlerweile nur einen Weg: Nach unten.

Die Alarmglocken läuten, seit das Census Bureau für Juni einen Buchhandelsumsatz von nur 1,07 Mrd Dollar (730 Mio Euro) ausgerechnet hat, immerhin 7,1% weniger als im Vergleichsmonat des vergangenen Jahres. Zwar liegt der Umsatz für das erste Halbjahr laut Statistischem Amt in Washington immer noch um 3,1% über 2007, doch nur unverbesserliche Optimisten rechnen im Juli – dem im Vorjahr „Harry Potter and the Deathly Hallows“ auf die Sprünge geholfen hatte – mit einem Plus vor dem Komma.

Das sieht auch Barnes & Nobles CEO Steve Riggio so und deshalb hat der mächtigste Mann im US-Buchhandel in Anbetracht „der aktuellen Lage“ die Prognose für das zweite Halbjahr und damit auch das Weihnachtsgeschäft zum Verdruss der Wall Street deutlich zurückgenommen: Dass Riggio einen Umsatzrückgang „im unteren einstelligen Bereich“ erwartet, hat die New Yorker Börse mit einer um 3,5% schwächeren Aktie quittiert.

Die aktuelle Zwischenbilanz von Barnes & Noble weist für das 2. Quartal einen um 1,6% auf 1,22 Mrd Dollar (831 Mio Euro) rückläufigen Umsatz aus. Für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2008 (per 2. August) liegt der Branchenprimus mit 2,38 Mrd Dollar (1,61 Mrd Euro) um 0,2% hinter dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres zurück. Der operative Gewinn fiel sogar um 19,5% auf 13,2 Mio Dollar (89,5 Mio Euro).

Barnes & Noble eröffnet 2009 weniger Großflächen

Mehr noch als die bloßen Zahlen irritiert die Branche die Ankündigung des Marktführers, bei den Neueröffnungen auf die Bremse treten zu wollen. Zwischen 30 und 35 Großflächen wurden schon oder werden noch in diesem Jahr eröffnet, 2009 dagegen sollen es maximal 20 bis 25 werden. Offiziell wird der Schnitt damit begründet, dass eine ganze Reihe von Bauherren geplante Einkaufszentren gänzlich abgesagt oder zumindest auf Eis gelegt haben, die für Barnes & Noble in Frage gekommen wären. Inoffiziell ist von einem neuen Sparkurs beim Marktführer die Rede.

Noch schlimmer als Barnes & Noble wurden Borders und Books-A-Million im ersten Halbjahr gebeutelt:

  • Borders meldete einen Umsatzrückgang von 5% auf 1,48 Mrd Dollar (1,01 Mrd Euro); der Verlust konnte dank Sparprogramm aber leicht von 46,6 Mio auf 41,4 Mio Dollar (28 Mio Euro) verbessert werden.
  • Die vorwiegend im amerikanischen Süden operierende Buchkette Books-A-Million lag beim Umsatz um 4,4% auf 238,3 Mio Dollar (161,5 Mio Euro) zurück, der operative Gewinn stürzte um 71% auf 1,5 Mio Dollar ab.

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