Abschied mit kleinem Plus

Mit einem Umsatzplus von 3% auf 1,39 Mrd Dollar (922 Mio Euro) und einem operativen Gewinn, der mit 160 Mio Dollar (107 Mio Euro) hauchdünn um 0,6% über dem Vorjahr liegt, hat HarperCollins im Geschäftsjahr 2007/08 (30. Juni) allen Prognosen ein Schnippchen geschlagen und angesichts der angespannten wirtschaftlichen Großwetterlage in den USA besser abgeschnitten als erwartet.

Nach einem kräftigen Einbruch im ersten Quartal hatte kaum jemand mit einem Plus vor dem Komma gerechnet. Doch ein überdurchschnittlich gutes Schlussquartal mit 62 Bestsellern hat das Ruder herumgerissen: Zwischen April und Juni hatte die angloamerikanische Verlagsgruppe im Besitz von Rupert Murdochs News Corp. 350 Mio Dollar in der Kasse, 18,6% mehr als im vergleichbaren Zeitraum 2006/07; unter dem Strich wurde sogar ein Plus von 33% verbucht.

Genannt wurde ihr Name bei der Bilanzpressekonferenz nicht, aber der Geschäftsbericht ist gleichzeitig auch das offizielle Ende der Ära Jane Friedman (Foto), die Anfang Juni völlig überraschend ihren Schreibtisch als CEO von HarperCollins geräumt hatte (buchreport berichtete). Die Abschlussbilanz der 62-Jährigen, die seit einigen Tagen von der Gerüchteküche hartnäckig mit Amazon in Verbindung gebracht wird, kann sich sehen lassen: Unter ihrer Führung kletterte der Umsatz seit 1997 um 47%, der operative Gewinn vervielfachte sich sogar um 900%.

Mit dem neuen Chef kommen neue Managementstrukturen

Derweil hat Nachfolger Brian Murray damit begonnen, der Nr. 2 im US-Publikumsmarkt seinen Stempel aufzudrücken und das Top-Management umzubauen. In den letzten Wochen hat eine Reihe führender Mitarbeiter das Haus verlassen, an der Spitze das HarperCollins-Urgestein Glenn D’Agnes, der seit 1990 im Verlag war, davon die letzten zehn Jahre als Chief Operating Officer und enger Vertrauter von Friedman.

Wie sich HarperCollins unter seiner Führung künftig aufstellen wird, behält der 41-jährige Murray vorerst noch für sich, dafür ist Victoria Barnsley, seit 2000 CEO von HarperCollins UK und zusammen mit HarperMorrow-Verleger Michael Morrison für die internationalen Aktivitäten der Verlagsgruppe zuständig, umso redseliger. In London diktierte sie Journalisten in den Notizblock, dass zumindest der britische Ableger aktiv Wachstumspläne durch Zukauf hegt. Einen Anfang hat HarperCollins UK kürzlich mit der Übernahme des Internet-Spezialisten The Friday Project bereits gemacht.

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