Ein neues Weltbild

Die Spekulationen über die Zerschlagung oder den gesamten Verkauf der Verlagsgruppe Weltbild (mögliche Interessenten: Holtzbrinck, Bertelsmann, Thalia)  finden heute ein breites Echo in den deutschen Medien.

„Erfolgsmeldungen aus der Kirche sind selten“, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: Eine davon sei das kontinuierliche Wachstum der Augsburger Verlags- und Buchhandelsgruppe, der Haken an der Geschichte aber sei gewesen, dass dies mit ganz weltlichen Produkten geschah, was inner- wie außerkirchliche Kritiker Weltbild immer wieder vorgeworfen hätten. „Die Forderung nach mehr christlicher Literatur geht aber an der Realität vorbei. Selbst mit der Marktmacht von Weltbild ist christliche Literatur heute nur schwer an den Mann zu bringen“, argumentiert die Zeitung. Es ehre die Bischöfe, dass sie bisher dem Unternehmen weitgehend freie Hand gelassen und eingesehen haben, dass sich ein erfolgreiches Unternehmen am Markt orientieren muss, doch das störe die Kritiker nicht. Zumindest dürfe Weltbild jetzt glücklich sein: „Es kann seine internationale Expansion auf eine breitere finanzielle Basis stellen.“

Die „Welt“ weist darauf hin, dass das Buchgeschäft der Kirche offenbar zu groß geworden sei. Die Bistümer seien vor Jahrzehnten eingestiegen, seitdem habe sich die Weltbild-Gruppe stark verändert. Die Geschäftstätigkeit habe sich insgesamt stark erweitert, „die wirtschaftliche Größenordnung“ sei nun jedoch anders als gedacht.

Für die „Süddeutsche Zeitung“ kam die Meldung nicht überraschend. Schon länger sei es ein offenes Geheimnis, dass Teile der katholischen Kirche nicht zufrieden seien mit dem Engagement bei Weltbild. „Der Erfolg des Unternehmens und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, dem Niederländer Carel Halff, ist aber nicht zu leugnen – und macht der Kirche möglicherweise Angst. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Firma – Buchverlag, Buchhändler und Versender – in einem atemberaubenden Tempo gewachsen, und das, obwohl die Buchhandelsbranche immer über stagnierende Geschäfte klagt.“ Künftig wolle der Konzern auf das Zusammenwachsen von Versand- und Internethandel mit dem Filialgeschäft setzen, dazu sei möglicherweise auch frisches Kapital notwendig, das die Kirche so nicht mehr bereitstellen will. „Und in der Tat könnten gerade die starke Präsenz im Internet und der gute Ruf für einen potentiellen Investor attraktiv sein.“

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seiten 18 und 35), „Süddeutsche Zeitung“ (Seite 23), welt.despiegel.de

Verlage

Bertelsmann: Der Medienkonzern will nach Informationen französischer Zeitungen seine Tochter Direct Group France für etwa 300 Millionen Euro verkaufen.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 23)

Krimis: Media control GfK International vermeldet eine Umsatzanteilssteigerung von 4,7 Prozent für die „Warengruppe Krimis/Spannung“.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 35)

Pappbilderbücher: Wie gefährlich sind sie für die Allerkleinsten?
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 40)


Autoren

Ernst Jünger: Die Publikation seiner Kriegstagebücher im „Pléiade“-Kanon hat den Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt zu einer wütenden Polemik veranlasst. Die Ausgabe betreibt aber nicht die von ihm beklagte Mystifikation, sondern das genaue Gegenteil.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 33)

Franz Kafka: Marion Poschmann fügt der „FAZ“-Serie über bedeutende Sätze des Schriftstellers ihren Beitrag zu.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 36)

Franz Kafka II: Ein Gespräch mit Klaus Wagenbach über Max Brods Nachlass zu Kafka in Tel Aviv.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 36); zum Nachlass selbst auch: welt.de

Pablo Neruda: Eine Sammlung bisher unbekannter Gedichte des chilenischen Literatur-Nobelpreisträgers ist vor kurzem von einem Sammler in Chile entdeckt worden.
diepresse.com


Medien & Märkte

Fachkräftemangel: Die Regierung arbeitet mit Hochdruck daran, ausländische Fachkräfte nach Deutschland zu locken.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 13), welt.de

Einzelhandel: Der Fiskus will den Handel zu neuen Ladenkassen verpflichten, um Umsatzsteuerbetrug vorzubeugen.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 13)

Mehrwertsteur: Der EU-Plan, auf bestimmte Dienstleistungen geringere Mehrwertsteuersätze zu erheben, spaltet die deutsche Wirtschaft.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 13), „Süddeutsche Zeitung“ (Seite 19), taz.de,  nzz.ch

Wirtschaft: Eine neue Studie der deutschen Industrie- und Handelskammer ergab, dass Wirtschaftsthemen in der Altersgruppe der Sechzehn- bis Neunundzwanzigjährigen als schwer verständlich eingestuft werden.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 38)

Playstation: Sonys neue Playstation beschert dem Konzern enorme Verluste, auch Microsoft ist enttäuscht, Nintendo triumphiert.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 22)

Online

Microsoft: Der Softwareriese gibt im Kampf um Yahoo nicht auf.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 14), „Süddeutsche Zeitung“ (Seite 22), tagesspiegel.de   nzz.ch

Google: Das amerikanische Internetunternehmen riskiert seinen legendären Ruf als Arbeitgeber.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 16)

Szene

Bibliotheken: Richtfest bei der Bibliotheca Hertziana in Rom.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 14)

Festivals: Ein Rückblick auf das 13. Internationale Literaturfestival in Leukerbad.
nzz.ch

Festivals II: Ein Besuch beim Fest der Sorbischen Poesie in der Oberlausitz.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 13)

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