»Goethe war die Einstiegsdroge«

Balsam für die Seele der deutschsprachigen Buchbranche sind nicht nur die jüngsten Umsatzzahlen des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, die gestern veröffentlicht wurden, sondern auch die Liebeserklärungen an Sprache und Literatur des US-amerikanischen Schriftstellers Jonathan Franzen, der u.a. in München und Berlin gelebt und Deutsch studiert hat.

Wieland Freund („Welt“) hat sich mit dem Autor des Bestsellerromans „Die Korrekturen“ (Rowohlt) unterhalten und ihm Bekenntnisse entlockt, die das deutsche Herz höher schlagen lassen: „In München hatte ich das ungeheure Glück, dass dort 200.000 männliche Stundenten auf 5.000 weibliche zu kommen schienen, von denen die meisten offenbar schon verheiratet waren. Am Ende las ich also viel deutsche Literatur, vor allem Goethe, und verliebte mich, weil ich nichts Besseres zu tun hatte, in die deutsche Sprache.“

Er zitiere gern Karl Kraus, der gesagt habe, der Unterschied zwischen Französisch und Deutsch sei der zwischen einem hübschen und einem bis zu wahrer Schönheit wandelbaren Gesicht. Der Reiz der deutschen Kultur liege in der Sprache. Sie sei zu schrecklichen und zu wunderbaren Dingen fähig – unfassbar hässlich im Mund der falschen Leute, aber unübertroffen schön im Mund anderer. „Es war das reine Glück, dass ich in diese Kultur gestolpert bin.“

Nach seinen deutschen Lieblingsautoren befragt, meint Franzen: „Goethe war die Einstiegsdroge. Er hat mich für die deutsche Sprache begeistert. Und dann diese Genie-Explosion ab etwa 1900. „Buddenbrooks“, das Wunder Kafka, das Wunder Rilke.“

welt.de

Verlage

Buchbranche: Deutschland erweist sich als lesefreudig: Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hat die Branche einen neuen Rekordumsatz eingefahren.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 16), tagesspiegel.destandard.at

Autoren

Thomas-Mann-Preis: Die Bayerische Akademie der Schönen Künste benennt ihren mit 15.000 Euro dotierten „Großen Literaturpreis“ jetzt in „Thomas-Mann-Literaturpreis“ um. Der erste Preisträger ist Peter Handke, der auf sein Preisgeld zugunsten eines guten Zwecks verzichtet.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 35), „Süddeutsche Zeitung“ (Seite 15), standard.at

Franz Kafka: Marcel Reich-Ranicki setzt die gestern begonnene Serie in der FAZ über aufschlussreiche, typische oder bezeichnende Sätze Kafkas fort.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 35)

Medien & Märkte

Bürokratieabbau: Der Nationale Normenkontrollrat fordert die Bundesregierung auf, den Bürokratieabbau viel entschiedener voranzutreiben.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 14), „Neue Zürcher Zeitung“ (Seite 23)

Springer-Konzern: Die „FAZ“ unterhält sich mit Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, der die Medienkrise als riesige Chance für das größte deutsche Zeitungshaus sieht.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 16)

GfK/TNS: Der Betriebsrat des größten deutschen Marktforschers GfK wendet sich gegen die Fusion mit dem britischen Konkurrenten TNS.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Seite 18)

Kinowelt: Jan-Pelgrom de Haas ist neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der Filmvertriebsgesellschaft.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 20)

Fußballfernsehrechte: Das Kartellamt segnet die Zentralvermarktung im Fußball ab.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 17)taz.defr-online.de

Online

DSL: Deutschland darf nach einer EU-Entscheidung mit 141 Millionen Euro aus EU-Mitteln schnelle Internet-Verbindungen in ländlichen Gebieten subventionieren.
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 22)

Google: Der Medienkonzern Viacom hat im Zuge einer Milliardenklage gegen den Suchmaschinenbetreiber einen Sieg errungen. Er muss alle Nutzerdaten zu Youtube-Videos aushändigen.
taz.de

Szene

Frauen können besser hören: So lautet das erste Zwischenergebnis einer groß angelegten Studie mit dem Titel „Wie hört Deutschland?“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Aalen.
taz.de

Bibliotheken: Die Staatsbibliothek zu Berlin muss sparen. Sie wird dieses Jahr keine Bücher mehr kaufen, die nicht schon bestellt sind.
berliner-Zeitung.de

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