Verlage müssen näher an ihre Zielgruppen heranrücken

Die Digitalisierung stellt Buchverlage vor neue Herausforderungen. Welche Ansätze Erfolg versprechend sind, soll die von der Akademie des Deutschen Buchhandels veranstaltete Konferenz „Verlag 3.0 – Vom Content Provider zum Community Publisher“ (30. Juni) klären. Vorab legen einige Referenten ihre Position auf buchreport.de dar. In der 5. Folge der Serie beantwortet Robert Franken (Foto), Vorstand des Familien-Portals urbia.com (Themen: Kinderwunsch, Schwangerschaft, Baby & Familie), die Frage, ob Verlage im Wettbewerb mit Communities und Fachforen überflüssig werden:

Dazu ein Beispiel vorab: Im Forum von www.urbia.de gibt es die Rubrik „Marktplatz“, die Monat für Monat über eine Million Seitenaufrufe verzeichnet. Dabei hat sie mit der traditionellen Vorstellung eines Marktplatzes rein gar nichts zu tun. Vielmehr herrscht hier auf den ersten Blick das blanke Chaos. Warum funktioniert dieser Ansatz aber dennoch? Weil er dem Grundbedürfnis eines Internetnutzers nachkommt: dem Bedürfnis nach Kommunikation. Würde man diese Rubrik streng nach Suche/Biete etc. organisieren, so würde man dieser Rubrik jegliche Dynamik nehmen.

Zurück zur Ausgangsfrage: Verlage werden nicht überflüssig, aber sie müssen vielleicht Wege finden, auf ihre Weise auf das starke Bedürfnis nach Kommunikation zu reagieren. Inhalte sind schließlich die Anlässe von Kommunikation und überprüfte Qualität von Inhalten bleibt weiterhin die Richtmarke im großen Rauschen des Diskurses. Das sehen wir ja an unserer Plattform, wo sich die enge Verzahnung dieser beiden Bereiche sehr bewährt.

Verlage müssen näher an ihre Zielgruppen heranrücken, nicht durch viele halbtote eigene Foren, sondern durch ein Aufsuchen der Zielgruppe in den bereits funktionierenden Communities. Hier sind viele Kooperationsansätze zwischen Verlagen und Communities denkbar, für die vielleicht noch ein paar Berührungsängste abgebaut werden müssen.

Mehr Informationen zur Konferenz:

Die von der Akademie des Deutschen Buchhandels veranstaltete und von der Unternehmensberatung  Heinold, Spiller & Partner sowie buchreport unterstützte Konferenz zum Thema „Verlag 3.0 – Vom Content Provider zum Community Publisher“ findet am 30. Juni im Literaturhaus München statt  (hier mehr Infos, die Teilnahme kostet 690 Euro, Anmeldungen nimmt die Akademie des Deutschen Buchandels entgegen: Tel. 089/291953-64, info@buchakademie.de)

Zentrale Fragestellungen der Tagung: 

  • Wie können tradierte Geschäftsmodelle angepasst bzw. neue entwickelt werden?
  • Wie können etablierte Herstellungsprozesse in Richtung eines multimedialen Content-Providing ausgeweitet werden?
  • Und wie müssen die Beziehungen zum Kunden, der nun auch als Co-Autor und Co-Designer für Produkte fungiert, neu definiert werden?
  • Welche neuen Produktions- und Vermarktungsmodelle ergeben sich für die Verlage?
  • Sind Webcasts, Podcasts und Communities innovative Impulse oder tragfähige Geschäftsmodelle?
  • Wie müssen die interne Verlagsorganisation und die Workflows den neuen Anforderungen angepasst werden?

Unter den Referenten und Moderatoren sind neben Erhardt F. Heinold (hier ein Interview zum Thema), Ulrich Spiller (hier seine Ausführungen zum Customer Relationship) und buchreport-Chefredakteur Thomas Wilking: Robert Franken (urbia.com), Michael Munz (Holtzbrinck eLAB), Cornelius Fürst (TVzweinull), Mirza Hayit (Vertriebsleiter Haufe Mediengruppe, hier seine Thesen zu Communities), Dirk Moldenhauer (iRead Media, hier seine Kernthese) und Martin Korosec (Europa-Fachpresse-Verlag, hier ein Interview mit buchreport).

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