Es lebe das Zeitalter der Subskription!

Die Digitalisierung stellt Buchverlage vor neue Herausforderungen. Welche Ansätze in diesem neuen Internet-Umfeld Erfolg versprechend sind, soll die von der Akademie des Deutschen Buchhandels veranstaltete Konferenz „Verlag 3.0 – Vom Content Provider zum Community Publisher“ (30. Juni) klären. Im Vorfeld der Konferenz legen einige Referenten ihre Position auf buchreport.de dar. In der 4. Folge der Serie  skizziert Dirk Moldenhauer, Chef der Online-Agentur für Buchverlage iRead Media, die Chancen einer interaktiven Verlagsbuchhandlung:
 
Vor über 200 Jahren war alles so schön einfach. Der Buchmarkt war viel kleiner als heute; Leser, Autor und Verlagsbuchhändler sprachen noch miteinander – am liebsten direkt in der Buchhandlung oder im Caféhaus. Man kannte sich. Hier wurden neue Autoren entdeckt, hier wurden Bücher weiterempfohlen oder furchtbar verrissen. Wer sich Bücher leisten konnte, hatte die freie Wahl: Velin oder simples Druckpapier, in Leinen gebunden, in Leder oder gar in edlem Maroquin. Standen kostspielige Ausgaben an, lud der Verleger das verehrte Publikum gern zur Subskription ein – anschließend konnte er die Auflage präzise bestimmen und sich beim Subskribenten mit einem geringeren Anschaffungspreis bedanken.
 
Es folgten diverse Revolutionen, alles wurde schrecklich kompliziert. Mit dem Taschenbuch hielt schließlich die industrielle Massenfertigung Einzug, und mit ihr das große Schweigen.
 
Dieser Trend kann heute dank moderner Kommunikationstechnologien umgekehrt werden. Den Buchverlagen bietet sich nicht nur die einmalige Chance, den zeitweise gerissenen Gesprächsfaden zu ihren Kunden neu zu knüpfen – vielmehr können und sollten sie die Nutzer möglichst frühzeitig in den Produktionsprozess einbeziehen. Diese interaktive Verlagsbuchhandlung ist – ähnlich wie im historischen Beispiel – mit verschiedensten Features vorstellbar: von der individuellen „Konfiguration“ des persönlichen Leseerlebnisses bis hin zur aktiven Autorenakquise von Autoren oder gar Zusammenarbeit bei der Entstehung eines Buches. Wie so etwas praktisch funktionieren kann, haben wir mit der Verwirklichung des Community-Romans „Alles Emma oder was?“ auf unserer Plattform www.hierschreibenwir.de demonstriert. In der Aktivierung des mündigen Lesers liegt die Zukunft des Buches.

Mehr Informationen zur Konferenz:

Die von der Akademie des Deutschen Buchhandels veranstaltete und von der Unternehmensberatung  Heinold, Spiller & Partner sowie buchreport unterstützte Konferenz zum Thema „Verlag 3.0 – Vom Content Provider zum Community Publisher“ findet am 30. Juni im Literaturhaus München statt  (hier mehr Infos, die Teilnahme kostet 690 Euro, Anmeldungen nimmt die Akademie des Deutschen Buchandels entgegen: Tel. 089/291953-64, info@buchakademie.de)

Zentrale Fragestellungen der Tagung: 

  • Wie können tradierte Geschäftsmodelle angepasst bzw. neue entwickelt werden?
  • Wie können etablierte Herstellungsprozesse in Richtung eines multimedialen Content-Providing ausgeweitet werden?
  • Und wie müssen die Beziehungen zum Kunden, der nun auch als Co-Autor und Co-Designer für Produkte fungiert, neu definiert werden?
  • Welche neuen Produktions- und Vermarktungsmodelle ergeben sich für die Verlage?
  • Sind Webcasts, Podcasts und Communities innovative Impulse oder tragfähige Geschäftsmodelle?
  • Wie müssen die interne Verlagsorganisation und die Workflows den neuen Anforderungen angepasst werden?

Unter den Referenten und Moderatoren sind neben Erhardt F. Heinold (hier ein Interview zum Thema), Ulrich Spiller (hier seine Ausführungen zum Customer Relationship) und buchreport-Chefredakteur Thomas Wilking: Robert Franken (urbia.com), Michael Munz (Holtzbrinck eLAB), Cornelius Fürst (TVzweinull), Mirza Hayit (Vertriebsleiter Haufe Mediengruppe, hier seine Thesen zu Communities), Dirk Moldenhauer (iRead Media) und Martin Korosec (Europa-Fachpresse-Verlag, hier ein Interview mit buchreport).

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