Postskriptum: Balla-Balla

Solche Frisuren
erklären die
Kopfballschwäche
der Gastgeber

Deutschland: Bemuttert

Seit dem Wochenende rollt der Ball bei der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz und das Ereignis hat in den Ländern Europas schon sehr verschiedene Spuren hinterlassen. Hierzulande hat „Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner der Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Besuch in der Kabine der deutschen Mannschaft überschwänglich den Ehrentitel „Mama Fußball“ verliehen. „Alle Fußballspieler sind Mama-fixiert“, schreibt Wagner, „Die Mama hat die Trikots gewaschen. (…) Die Mama hat kalte Umschläge auf den Knöchel ihres Engels gelegt. Die Mama hat die Fußballstiefel geputzt.“ Anscheinend war „Bild“ über den Verlauf des Kabinenbesuchs wieder mal besser informiert als alle anderen Medien. Schade: Davon hätte man wirklich gern Fernsehbilder gesehen.   

Holland: Bespöttelt

Die holländische Nationalmannschaft ist mit ihrem 3:0-Sieg über Italien furios ins Turnier gestartet. Das ist insofern ein wenig schade, als in den Tagen vor dem Beginn der EM ein ausgesprochen hübscher Witz in den Zeitungen kursierte, der bald auf Jahre hinaus nicht mehr aktuell sein könnte. Deswegen sei er hier noch einmal vorsorglich erzählt, bevor ein Erfolg unsere niederländischen Nachbarn ihm womöglich den Garaus machen: Was macht ein Holländer, wenn er die Europameisterschaft gewonnen hat? Die Playstation aus.

Sprache: Bereichert

Für deutsche Fußballfans hat die Euro eine faszinierende Begegnung mit den Fußballsprachen Österreichs und der Schweiz mit sich gebracht. Dass sie in unserem sprachlichen Alltag tiefe Spuren hinterlassen wird, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Oder kann man sich vorstellen, dass der Schweizer Begriff Fötzel (Eintrittskarte) sich hierzulande durchsetzt? Eben. Ein von der „FTD“ aufgespürter Ausdruck dürfte dagegen größere Chancen haben, Eingang in die hiesige Beamtensprache zu finden: „Erlebnisorientierter Fan – politisch korrekte Bezeichnung der Zürcher Polizei für einen Hooligan.“ 

Schweizer Buchhändler sollten EM-Bücher nicht
voreillig remittieren: Sie könnten sich zu Bestsellern
entwickeln, sobald Nationalmannschaftskapitän Alex
Frei wieder ins Geschehen eingreift.

Schweizer: Beflissen

Im edlen Wettstreit der Gastgeber im Selberveräppeln lagen die Österreicher lange Zeit schier uneinholbar in Führung, etwa durch den Spruch des Kabarettisten Alfred Dorfer: „Fußball-Euro in Österreich, das klingt wie Skifliegen in Namibia.“ Den Anschlusstreffer hat die Schweiz allerdings durch eine Notiz im „Tagblatt“ der Gemeinde Burgdorf erzielt: „Angehörige einer siegreichen Nation dürfen nach Spielende einmal das Privatsträßchen hinauf und einmal hinunterfahren und durch zweimaliges Hupen der Euphorie Ausdruck verleihen.“

Frauenfußball: Bewundernswert

Wie auch immer die Euro 2008 für die deutschen Kicker ausgeht:
Fußball-Europameister sind wir ohnehin – im Frauenfußball. Und nur böse Zungen lästern mit dem Ullstein-Buch „Arschgeweih. Das wahre Lexikon der Gegenwart“: „Was haben der deutsche Frauenfußball und die israelische Außenpolitik gemeinsam? Beides ist sehr erfolgreich, aber nicht schön anzusehen.“

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