Kühn Befremdlich Willkommen

Die Entscheidung des Börsenvereins für Anselm Kiefer als Friedenspreisträger stößt in den Feuilletons überwiegend auf Zustimmung – aber auch auf Kritik.
buchreport.de (Meldung)

Mit Anselm Kiefer ehre der Börsenverein einen Künstler, der „von der Vergangenheit nicht bloß ein Abziehbild nehmen, sondern sich in sie hineinwühlen“ wolle, meint die „FAZ“ im Leitartikel und erinnert daran: „Kiefer ist auch in seiner Art der Aufarbeitung der Vergangenheit eigene Wege gegangen. Die Selbstdarstellung mit Hitlergruß gehörte zu seinen forcierten Experimenten.“ Im Feuilleton lobt die „Frankfurter“: „Diese Entscheidung des Stiftungsrats ist kühn. Aber je mehr man über sie nachdenkt, desto plausibler wird sie.“
faz.net ,(Leitartikel), faz.net (Feuilleton)

„Frieden – das kann so vieles sein“, philosophiert die „Süddeutsche“. „Form und Stimmung des absoluten Ernstes aber sind denen des Friedens ähnlich. Und so ist Anselm Kiefer schließlich doch ein würdiger Empfänger des Friedenspreises. Denn tatsächlich ist ein Frieden in seinem Werk – nicht der Frieden der Völkerverständigung, des Dialogs der Kulturen oder der historischen Versöhnung. Sondern der Frieden, der nach allen Dingen kommen muss.“
„Süddeutsche Zeitung“ (Seite 11)

Der Berliner „Tagesspiegel“ findet die Entscheidung für Kiefer dagegen „befremdlich“, nicht nur wegen seiner Serie von Bildern mit Hitlergruß, sondern auch, weil er in seinen zahlreichen Interviews der vergangenen Jahre „keine klare Friedensbotschaft“ geäußert habe. „Mit Kiefer bewegt sich der Friedenspreis erneut in den Spielraum politischer Unwägbarkeit“, meint das Berliner Blatt.
tagesspiegel.de

Auch die „Frankfurter Rundschau“ meint, die Entscheidung für Kiefer sei „angreifbar“. Deshalb die Frankfurter weiter: „Viel wird deshalb davon abhängen, welche Worte der gelehrte Künstler in der Paulskirche wählen wird.“
fr-online (Meldung), fr-online

Die „Welt“ begrüßt die Entscheidung für Kiefer dagegen gerade als „willkommene Provokation“.
welt.de

VERLAGE

Aufbau: Verlagsführung versichert, dass Autorenhonorare trotz Insolvenz gesichert sind.
tagesspiegel.de, spiegel.de

BÜCHER & AUTOREN

Günther Grass: Der Nobelpreisträger hat ein deutsch-russisches Autorentreffen in St. Petersburg initiiert.
„Die Zeit“ (Seite 58)

Alice Schwarzer muss für ihren „FAZ“-Beitrag über Burma weiter Kritik einstecken. Ihr Kritiker Matthias Matussek allerdings auch.
berliner-zeitung.de

MEDIEN & MÄRKTE

Plus und Netto: Bundeskartellamt versauert den Konzernmüttern Edeka und Tengelmann die geplante Discounter-Fusion durch strenge Auflagen. Sie müssen 370 Filialen abgeben und dürfen nicht zusammen einkaufen.
sueddeutsche.de

Tchibo: Großaktionär Joachim Herz stirbt bei einem Badeunfall.
sueddeutsche.de, fr-online.de

Herlitz: Berliner Büroartikelhersteller räumt Fehler ein, beruft neuen Vorstand und reduziert sein Sortiment.
tagesspiegel.de

Österreich: Immer mehr kleine Einzelhändler müssen aufgeben.
derstandard.at

SZENE

Spanische Schimpfe: Der spanische Linguist Pancracio Celdrán Gomariz legt ein Kompendium iberischer Verbalinjurien vor.
sueddeutsche.de

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