Auf zwei Beinen in die Zukunft

„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“ – die Veranstalter des Kongresses der Deutschen Fachpresse haben den alten Wolf Biermann-Song bemüht, um sich und den Besuchern das Gebot der Stunde klarzumachen. In einer sich stetig digitalisierenden Medienlandschaft wird auch den traditionell in Printprodukten denkenden Fachzeitschriftenverlagen erhebliche Flexibilität und gründliches Umdenken abverlangt.

Koexistenz von Print und Online

Miriam Meckel, Professorin für Corporate Communication am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen, konnte die deutschen Verlage eingangs ein wenig beruhigen: „In den USA ist es noch um ein Vielfaches schlimmer.“ Dort herrsche bei den Printmedien eine Weltuntergangsstimmung, „wie ich sie in Europa noch nicht erlebt habe“. Meckel hat beobachtet, dass die eigentlichen Anregungen in den Vereinigten Staaten heute aus dem Internetbereich kämen – wo sich jeder an den Kommunikationsprozessen beteiligen kann –, nicht mehr aus der Printwelt. Die Printmedien könnten den Wettbewerb aber angehen und Koexistenz erreichen, da sie über Content und Kunden verfügten. „Koexistenz“ war ein wichtiger Begriff, habe die Geschichte doch gezeigt, dass neue Medien nicht die alten verdrängt, sie aber beeinflusst haben.

„Starker Internetauftritt stützt das Printprodukt“

Ein erfolgreiches Beispiel der Koexistenz von Print- und Online-Medien führte der Chefredakteur von Manager Magazin Online vor. Als Andreas Nölting 2001 von der Printausgabe der zur Spiegel-Gruppe gehörenden Zeitschrift zur Internetseite stieß, „wurde Online noch nicht ernst genommen“. Weder der Online-Journalismus noch das Werbepotenzial des Internets. Heute stellt sich die Situation für Nölting ganz anders dar: „Als Online-Journalist wird man inzwischen viel ernster genommen, und auch die Agenturen konzentrieren sich immer stärker aufs Internet.“ Eine Kannibalisierung von Print durch den Online-Auftritt vermag der Journalist nicht zu erkennen: Ein starker Internetauftritt stütze das Printprodukt.

Print und Online auch werbemäßig verbandelt

Ein Umschwenken hat im Bereich der Fachmedien bereits Vogel Business Media vollzogen. Der Würzburger Verlag hatte den Leiter der Vogel Future Group, Stefan Eiselein, nach Wiesbaden geschickt. Eiselein erzählte, dass man 2005 erkannt habe, dass das Internet sich für viele Entscheider zum wichtigsten Informationsmedium entwickelt und dass die Werbetreibenden ihre Ansprüche verändert hatten. Heute bietet der Verlag den Nutzern auf seinen Websites hochwertige, nach Bedürfnissen gefilterte Fachinformationen – werbefinanziert. Den Werbekunden macht Vogel die unterschiedlichsten Angebote: Vom WhitePaper (Fallstudien, Marktanalysen) über Firmen- und Produkteinträge sowie Web-TV-Beiträge bis hin zu klassischen Online-Werbeformen (Banner, Newsletter) lässt sich alles buchen. Crossmediale Kampagnen sind möglich, wobei der Kunde alles aus einer Hand bekommt.

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