Nächste Ausfahrt L.A.

Vom 29. Mai bis 1. Juni findet die aktuelle Ausgabe der BookExpo America (BEA) im Convention Center der Westküsten-Metropole statt. Über 2000 Aussteller werden dort ihre Bücher und buchverwandten Produkte zeigen und ausgiebig über den Zustand der Branche diskutieren. Messechef Lance Fensterman rechnet mit einem vollen Haus, auch wenn die rekordträchtigen 37000 Besucher aus dem Vorjahr in New York wohl kaum erreicht werden.

Thomas Nelson ist die Messe zu teuer

Einen Aussteller werden die Besucher allerdings vergeblich suchen: Mit Thomas Nelson zeigt der führende US-Religionsverlag der größten Buchmesse auf amerikanischem Boden in diesem Jahr die kalte Schulter. Die Begründung von CEO Michael Hyatt dürfte Fensterman nicht gefallen: „Veranstaltungen dieser Art kosten zu viel und bringen zu wenig ein.“

Über die hohen Kosten der BEA wird in den Vorstandsetagen vieler US-Verlage schon seit Langem diskutiert, doch abgesehen von Thomas Nelson und Grove Atlantic, der sich kleiner setzt, hat (noch) niemand Konsequenzen gezogen. Wer im Convention Center dabei sein will, muss in der Tat tief in die Tasche greifen: Ein 10-qm-Stand kostet 3650 Dollar, 100 qm (Nelson-Größe) schlagen mit 34250 Dollar zu Buche. Wer einen Eckstand möchte, muss pro Ecke noch einmal 325 Dollar auf den Tisch legen.

Den globalen Akzent werden in diesem Jahr in erster Linie die Fachbesucher aus dem asiatischen Raum setzen, die aus geografischen Gründen traditionell den Standort Los Angeles bevorzugen. Nicht ganz zufällig ist China deshalb auch ein Schwerpunktthema der Messe. Fensterman nennt China den „derzeit wohl aufregendsten Buchmarkt der Welt“ und rechnet mit langfristigen Impulsen.

Die deutsche Fahne hält wie immer die Frankfurter Buchmesse mit einem Gemeinschaftsstand hoch. Ein Pflichttermin für Verleger und Agenten ist Los Angeles aber nicht, ganz im Gegenteil. Der Zürcher Agent Peter S. Fritz spricht stellvertretend für viele: „Die BEA ist so kurz nach London für uns einfach nicht wichtig genug.“

Bücher und ihre Autoren unter einem Dach

Ein Muss ist die Messe dagegen für US-Sortimenter und die Einkäufer der großen Buchketten. Das hängt nicht nur mit den attraktiven Sonderkonditionen zusammen, die viele Verlage einräumen. Nirgends sonst haben Buchhändler die Chance, die gesamte Palette der Herbstproduktion – und Hunderte von Autoren – unter einem Dach zu sehen.

Dazu gibt es ein voll gepacktes Veranstaltungsprogramm, das das Messeteam zusammen mit der American Booksellers Association (ABA) schnürt. 125 Seminare, Fortbildungsveranstaltungen, Podiumsgespräche etc. finden an den vier Messetagen statt. Ein weiterer Schwerpunkt neben China ist das Thema Digitalisierung.

Der US-Buchhändlerverband will die geballte Sortimenterpräsenz nützen und in Los Angeles eine neue Initiative „Bookselling at the Tipping Point“ zur Förderung des unabhängigen Buchhandels vorstellen. Dazu gehört auch der Umbau des Marketingprogramms Book Sense.

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