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Vom Blogger zum Bestsellerautor

Frankfurt, 15.5.2008 – „Innerhalb kürzester Zeit hat das Internet die verkrusteten Strukturen der chinesischen Buchbranche aufgebrochen“, so Dr. Jing Bartz, Leiterin des Buchinformationszentrums (BIZ) Peking, eines Außenbüros der Frankfurter Buchmesse. „Private Verlage gewinnen an Einfluss, bis dato unentdeckte Autorentalente und neue Themen erobern aus dem Internet heraus die Bestsellerlisten.“ Durchschnittlich 20 Prozent der Bestsellertitel des vergangenen Jahres stammten ursprünglich aus dem Cyberspace, so das Ergebnis von Untersuchungen des BIZ Peking und des chinesischen Branchenmagazins Publishing Today. „Dieser Trend wird sich in diesem Jahr noch steigern“, sagt die Chefredakteurin von Publishing Today, Ou Hong, voraus.

Ein Blick auf die Entwicklungen im chinesischen Netz bestätigt das: 59 Millionen regelmäßige Konsumenten von Unterhaltungsliteratur im Netz zählte eine kürzlich veröffentlichte Marktstudie über den „Entwicklungstrend der E-Books in China“ (China Book Business Report, CBBR) 2007, das entspricht einer Steigerung von fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach Angaben des China Press and Publishing Journal gibt es in China derzeit über 70 Millionen Blogs und 47 Millionen aktive Blogger. Auf 64 Literaturportalen werden täglich bis zu 400 Originalmanuskripte online gestellt. 1.361 weitere Onlineportale bieten den 170 Millionen chinesischen Usern darüber hinaus Lesestoff in E-Version: Literatur im Netz boomt.

Internet als Motor der chinesischen Verlagsbranche

Besonders private Verlage, die in China offiziell unter dem Begriff „Kulturfirmen“ firmieren, und die im Gegensatz zu staatlichen Verlagen offiziell nicht publizieren dürfen, profitieren von dem Boom. „Aufgrund seiner offenen Struktur und seiner Verbreitungsmöglichkeiten kann sich Kreativität im Internet viel freier entfalten“, erklärt Yang Wenxuan, ein unabhängiger Verleger. „Damit wird das Netz für uns zur sicheren Quelle für neue Autoren und Themen.“ Vor diesem Hintergrund übernehmen private Verleger zunehmend die Funktion von Literaturagenten und Scouts – einer Berufsgruppe, die aufgrund der geschlossenen Verlagsstruktur in China bisher nicht existierte. „Damit haben wir die paradoxe Situation, dass das Internet zum Motor der Verlagsbranche wird, anstatt in Konkurrenz zu ihr zu treten“, betont Dr. Jing Bartz.

Auch die rund 570 offiziellen Verlage wissen die kreativen Impulse der Web 2.0-Generation zu schätzen und haben junge Talente wie die Bloggerin Hong Huang in ihren Autorenstamm aufgenommen. Eine vom BIZ Peking durchgeführte Blitzumfrage unter Lektoren der 26 wichtigsten chinesischen Publikumsverlage bestätigt die wachsende Bedeutung des Internet für die Verlagsbranche: 65 Prozent der Befragten beurteilen das Internet heute als „wichtig“ für das Finden neuer Themen und Autoren und verbringen bis zu einer halben Stunde pro Tag auf den entsprechenden Seiten. Noch vor drei Jahren wurden Blogs und Portale als „weniger wichtig“ von der Mehrzahl der Befragten angesehen.

Das Internet – die Karaoke-Bar des 21. Jahrhunderts

Der Großteil der literarischen Manuskripte im Netz zählt zur Unterhaltungsliteratur. Knapp 16 Prozent wird der Belletristik zugerechnet. Vor allem in Blogs werden zudem kritische Stimmen laut. „Natürlich ist auch das Internet nicht frei von Zensur“, so der chinesische Internetwissenschaftler Guo Liang. „Allerdings herrscht hier nach wie vor eine größere Freiheit als in der restlichen chinesischen Medienwelt. Die Technologie einerseits und die Masse an Inhalten andererseits machen eine hundertprozentige Kontrolle unmöglich.“ Trotz der chinesischen Firewall, wie die digitale Zensur in Anspielung auf die chinesische Mauer genannt wird, findet die Bloggosphäre also immer wieder Wege, ihre Meinung kundzutun. Der Netz-Experte erklärt sich den immensen Erfolg des Internet in China allerdings nicht allein mit politischen Ambitionen. Vielmehr sieht er ihn vor allem in der chinesischen Kultur und Mentalität begründet: „Mit dem Internet haben Chinesen eine neue Plattform zur Selbstdarstellung gefunden – vergleichbar mit Karaokebars.“

Die Frankfurter Buchmesse ist mit mehr als 7.000 Ausstellern aus über 100 Ländern die größte Buchmesse der Welt. Sie organisiert darüber hinaus die Beteiligung deutscher Verlage an mehr als 25 internationalen Buchmessen und ist Mitbegründerin der Cape Town Book Fair in Südafrika. Mit www.buchmesse.de unterhält sie das weltweit meist genutzte Portal für die Verlagsbranche. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

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Sitz der Gesellschaft: Frankfurt am Main

Geschäftsführer: Juergen Boos

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Buchhandels Beteiligungsgesellschaft mbH

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FRANKFURTER BUCHMESSE: 15.-19. OKTOBER 2008
EHRENGAST: TÜRKEI

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