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Sättigung auf hohem Niveau

Der Buchhandel bleibt für die DVD ein Wachstumsmarkt, allerdings noch immer auf einem relativ niedrigen Niveau. Das zeigt eine aktuelle Marktforschungsanalyse, die GfK Panel Services Deutschland im Auftrag des Bundesverbandes Audiovisuelle Medien (BVV) durchgeführt hat.

  • Rund 4 Mio DVDs gingen im vergangenen Jahr im stationären Buchhandel über die Ladentheke (Vorjahr: 3,4 Mio). Der Marktanteil dieser Vertriebsschiene liegt damit zwar nur bei 3,4% (2006: 2,7%), aber im Vergleich mit den anderen Verkaufsstellen weist der Buchhandel den weitaus größten Zuwachs auf.
  • Auch beim Umsatz verzeichnet die DVD im Buchhandel ein kräftiges Plus: 44,4 Mio Euro bedeuten ein Wachstum von 25% gegenüber 2006.
  • Zu den Verlierern der unterschiedlichen Vertriebskanäle zählen unter anderem die klassischen Kaufhäuser, die 17% weniger Umsatz mit DVDs erzielt haben (bei einem Marktanteil von rund 10%). Die Elektronikfachketten wie
  • Saturn und Media Markt sind mit 34% wichtigster Vertriebsweg.
  • Die Preise im Buchhandel haben mit durchschnittlich 11,15 Euro pro DVD gegenüber dem Vorjahr leicht angezogen (10,13 Euro), liegen aber noch immer unter dem Niveau des Gesamtmarktes von 12,72 Euro. Dies erklärt sich vor allem an den DVD-Editionen der Pressehäuser, die im Buchhandel dominieren und den Schnitt niedrig halten (s. buchreport.datei).
  • Die DVD-Käufer im Buchhandel sind im Durchschnitt älter als im Gesamtmarkt. Den größten Anteil hat die Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren.
  • Während im Gesamtmarkt vor allem eine männliche Zielgruppe DVDs erwirbt, ist im Buchhandel das Geschlecht der Käufer nahezu gleich verteilt.
  • Wegen großer Überschneidungen von Buch- und DVD-Käufern diagnostiziert die Studie ein hohes Potenzial, das der Buchhandel bislang nicht ausschöpfe: Von insgesamt rund 28 Mio Buchhandelskunden habe etwa die Hälfte mindestens eine DVD gekauft, davon hätten aber nur 1,7 Mio Filmfreunde ihre DVD im Buchhandel erworben. Der Buchhandel verfüge demnach über ein Potenzial von 13,6 Mio DVD-Anhängern.

Im Buchhandel dominieren die DVD-Editionen der Pressehäuser

Während die DVD im Buchhandel weiter im zweistelligen Prozentbereich zulegt, ist die Kurve im Gesamtmarkt abgeflacht: Die Zahl der verkauften DVDs in Deutschland ist mit 103,3 Mio Stück im Vergleich zum Vorjahr (100,7 Mio) um 2,6% gestiegen. Dass die zum Teil dreistelligen Zuwachsraten beim Absatz seit 2000 der Vergangenheit angehören, beschreibt der stellvertretende BVV-Geschäftsführer Oliver Trettin im Gespräch mit buchreport als natürliche Entwicklung: „Der Markt hat mittlerweile eine gewisse Sättigung erreicht, aber wir haben noch immer Zugewinne.“

Weitere Details:

  • Bei der Umsatzentwicklung ist nach Rückgängen in den vergangenen Jahren sogar wieder ein Plus zu verzeichnen: Mit den Erlösen der verkauften DVDs (1,31 Mrd Euro), den DVD-Nachfolgeformaten Blue Ray und HD-DVD (14 Mio Euro) sowie den auslaufenden Videokassetten (4 Mio) stieg der Umsatz aus verkauften Bildtonträgern um 1,8% auf insgesamt 1,33 Mrd Euro.
  • Der Videobranchenumsatz hat das Kinoeinspielergebnis 2007, das laut der Filmförderungsanstalt FFA rund 768 Mio Euro betrug, um mehr als das Doppelte übertroffen.
  • Die erfolgreichsten DVD-Veröffentlichungen im Gesamtmarkt waren der Blockbuster „Harry Potter und der Orden der Phönix“, gefolgt vom James-Bond-Abenteuer „Casino Royal“ und der Kömodie „Nachts im Museum“. Mit der Romanverfilmung „Das Parfum“ landete die erfolgreichste deutsche Produktion auf Rang 6.

Zweitausendeins profitiert vom DVD-Geschäft

„Die DVD brummt“, erklärte Zweitausendeins-Geschäftsführer Till Tolkemitt im Gespräch mit der „FAZ“. Um 40% konnte der Versender die DVD-Verkäufe gegenüber 2006 steigern. Im gesamten stationären Buchhandel dominieren die DVD-Editionen der Pressehäuser:

  • Die „Süddeutsche Zeitung“ hat allein von ihrer 100 Filme umfassenden SZ-Cinemathek über 4,5 Mio DVDs verkauft (Ende 2007 waren es noch 3,5 Mio). Zudem erscheinen unter dem Label „Cinemathek“ einige kleinere Editionen zu speziellen Themen (z.B. Serie Noire), von denen bislang 500000 Exemplare abgesetzt wurden. Die Vertriebswege: Ein Drittel Direktgeschäft, zwei Drittel Handel (davon ein Drittel über Elektro-Märkte).
  • Nach Angaben von Kinowelt Home Entertainment gingen von der Arthaus Collection 300.000 DVDs über die Ladentheke, die Hälfte davon im Buchhandel. Der Filmverleiher hat die Reihe gemeinsam mit dem  „Spiegel“ im Oktober des vergangenen Jahres auf den Markt gebracht. Das Nachrichtenmagazin begleitet den Verkauf mit einer Werbekampagne in Höhe von 1 Mio Euro.
  • Der TV-Sender Kabel 1 hat vor einem knappen Monat mit dem DVD-Publisher Complete Media Service (CMS) die 50-teilige DVD-Reihe „Beste Filme aller Zeiten“ gestartet, von der die ersten zehn Titel im Handel erhältlich sind.
  • CMS hat auch die DVD-Reihe „Kino de luxe“ gemeinsam mit der Zeitschrift „Focus“ abgewickelt. Verkaufszahlen der bereits vollständig ausgelieferten 50 Titel nennt das Unternehmen nicht, der Buchhandel soll mit 30% zu den Hauptvertriebswegen zählen.

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