Meine wunderbare Blumenbar

Hauptberuflich sind sie Werbe-und Medienfachleute, im wahren Leben gilt ihre Liebe der Literatur und der Musik. Deshalb begannen Wolfgang Farkas, freier Journalist, und Lars BirkenBertsch, früher Werbeassistent bei Ullstein und heute bei der Werbeagentur Zero tätig, vor fünf Jahren, regelmäßig zu öffentlichen Partys in ihre Münchener Altbauwohnung an der Blumenstraße einzuladen. Es wurde Musik gehört und Selbst und Fremdgeschriebenes vorgelesen.
Lese-Club mit Wohnzimmer-Flair
Die Einrichtung mit dem speziellen Flair von privater Atmosphäre wurde schnell zum Kult in der Münchener Szene. „Die Veranstaltungen bewegen sich zwischen literarischem Salon, Barbetrieb und Clubnacht“, beschreibt Farkas das Projekt „Blumenbar“.
Vor einem halben Jahr kam spontan die Idee auf, für die hoffnungsvollen Hausautoren einen Verlag zu gründen. „Unsere Bücher sollen eingebunden sein in das Veranstaltungskonzept“, sagt Farkas. „Es soll eine Wechselwirkung zwischen Büchern und Veranstaltungen geben.“
Buch über die Gegenwart des Erinnerns
Schon zur Buchmesse konnte der Mini-Verlag sein erstes Buch präsentieren: „Memomat“ von FX Karl, einem Nachbarn aus der Blumenstraße. Er handelt von dem Untergang der großen Liebe. Mit einem „Waschpulver“ aus Schlüsselbildern und Schlüsselwörtern, mit Musik und Literatur aus den 80er und 90er Jahren setzt der Erzähler seine Erinnerungen in Gang.
Der Schwerpunkt des Buchprogramms soll auf Gegenwartsliteratur und Debüts liegen, ein starres Korsett wollen sich Farkas und Birken-Bertsch aber nicht anlegen. „Unser Programm richtet sich danach, wen wir kennen lernen und was sich ergibt“, meint der frisch gebackene Verleger. Ausgeliefert wird über den Kolibri Buchversand in Berlin.
Auf der Buchmesse war die Blumenbar erstmals mit einem eigenen kleinen Stand vertreten. In der eigens angeschleppten Waschmaschine wurde täglich um sechs Uhr ein Buch geschleudert.
Auch wenn der Arbeitsaufwand für Verlag und Veranstaltungen deutlich „mehr als ein Hobby“ ist, planen Farkas und BirkenBertsch derzeit noch nicht, ihre Tagesjobs aufzugeben. 
Zwar suchen sie bereits nach den nächsten Autoren, doch sie wollen sich nicht unter Druck setzen. „Vielleicht machen wir nur ein Buch im Jahr, vielleicht auch einmal mehr“, sinniert Farkas. Literatur, so haben sie sich vorgenommen, soll nicht auf ein Produkt reduziert werden, sondern Teil des sozialen Lebens sein.
Um von Banken möglichst unabhängig zu sein, wirbt der Verlag um Förderer. Wer mindestens 50 Euro stiftet, darf kostenlos an Blumenbar-Veranstaltungen teilnehmen.
Inzwischen ist die Wohnung aus den Nähten geplatzt, die Veranstaltungen der Blumenbar finden seit Ende September in der „Alten Kongresshalle“ auf dem ehemaligen Messegelände Theresienhöhe statt. In dem retro-futuristischen Saal aus dem Jahr 1949/50 mit Lounge, Garten und Foyer haben mehrere hundert Personen Platz.
„Wir wollen trotzdem den privaten Salon-Charakter bewahren“, plant Wolfgang Farkas. Passend zu den jeweiligen Autoren kann es nach den Lesungen eine Party oder Barbetrieb geben, geplant sind auch Filmvorführungen und Konzerte.

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