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Donnerstag, 07. November 2013 (12:10 Uhr)


Weltbild-Mitarbeiter kritisieren buecher.de-Aufstockung

„Halff weint Krokodilstränen“

Einerseits dreht Weltbild an der Kostenschraube, andererseits will das Medienunternehmen in den Ausbau der Anteile am Onlineshop buecher.de investieren, wie buchreport.de exklusiv berichtet hat – die Empörung der Arbeitnehmervertreter ist programmiert. „Hier werden Existenzen gegen Profite getauscht. Pfui!“, schimpft Verdi.

„Das erinnert mich an ein absurdes Theaterstück“, lässt sich der Verdi-Sekretär Thomas Gürlebeck in einer Pressemitteilung zitieren. „Auf der einen Seite will man uns weismachen, dass Weltbild sich keinen eigenen Kundendienst mehr leisten kann, auf der anderen kauft man für zig Millionen Firmenanteile.“ 

Uni sono Verdi-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann: „Wir verstehen unsere Geschäftsführung nicht mehr.“ Geschäftsführer Carel Halff habe auf der letzten Mitarbeiter-Versammlung bezüglich der Entlassungen im Kundendienst von „einer der traurigsten Entscheidungen, die ich in meinem Berufsleben zu treffen hatte“ gesprochen. In Wirklichkeit weine Halff aber  Krokodilstränen.„ In Wirklichkeit wird hier mit dem Rechenschieber über das Schicksal von Familien entschieden. Das kann nicht der Auftrag der Kirche sein.“

Auch Betriebsrats-Vorsitzender Peter Fitz zeigt sich verärgert, man habe aus der Zeitung von dem „Millionen-Deal“ erfahren. Er wisse nicht, wie man in der Krise vertrauensvoll mit der Geschäftsführung zusammenarbeiten solle, wenn Millionen-Investitionen „verheimlicht werden“. 

Auch unter strategischen Gesichtspunkten meldet Fitz Zweifel an: „Buecher.de gehört uns bereits zu einem Drittel, um einen Technologie- oder Knowhow-Transfer kann es bei der Übernahme nicht gehen.“

Mehr zum Thema im Weltbild-Dossier von buchreport.de



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