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Sonntag, 03. November 2013 (22:29 Uhr)


Gesellschafter ziehen große Finanzspritze für Weltbild auf

Bischöfe schießen 60 Mio Euro nach

Kurz vor dem alles entscheidenden Jahresfinale können die Mitarbeiter von Weltbild vorerst aufatmen. Die Gesellschafter wollen rund 60 Mio Euro nachschießen. Die drohende Insolvenz scheint abgewendet worden zu sein.

Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (4.11.2013) sind aus dem Kreis der Gesellschafter (zwölf Bistümer, die Soldatenseelsorge Berlin und der Verband der Diözesen Deutschlands) bis zum Ende der vergangenen Woche Zusagen über neues Kapital in Höhe von etwa 60 Mio Euro eingegangen. Ob damit die gesamte Finanzlücke geschlossen würde, bleibt abzuwarten. In Unternehmenskreisen heißt es, wie buchreport.express in der vergangenen Ausgabe berichtet hat, diese liege womöglich sogar im niedrigen dreistelligen Mio-Bereich.  „Wir haben die verlässliche Erkenntnis, dass das Unternehmen im notwendigen Umfang von den Gesellschaftern gestützt wird“, versichert eine Firmensprecherin gegenüber buchreport. Im 1. Quartal 2014 werde voraussichtlich eine neue mittelfristige Finanzplanung stehen.

Wie hoch auch immer die Summe der zugesagten Geldmittel ausfällt, bei den Banken von Weltbild, allen voran die kirchlichen Institute Liga (Regensburg) und Pax (Köln), dürfte die Summe zunächst ausreichen, um die Kredite abzusichern.

Rund die Hälfte der 60 Mio Euro stammt nach Medienberichten vom Erzbistum München und Freising sowie der Soldatenseelsorge Berlin, die auch künftig als Gesellschafter beim Medienkonzern an Bord bleiben wollen, angeblich möchten auch die Bistümer Mainz und Hildesheim weitermachen, das Gros der Anteilseigner werde sich dagegen im Zuge eines Kapitalschnitts verabschieden, heißt es.

Hintergrund: Ein Kapitalschnitt ist eine radikale Sanierungsmaßnahme, bei der das Grundkapital eines Unternehmens zunächst nominell gesenkt wird, um Bilanzverluste aus der Bilanz zu tilgen – für die alten Weltbild-Gesellschafter sei der Kapitalschnitt mit einem Verlust ihrer Anteile im Wert von annähernd 130 Mio Euro verbunden, schreibt die „FAZ“. Dann erfolgt eine Kapitalerhöhung, bei der neue Investoren an Bord geholt werden und der Firma frisches Geld zufließt. 



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