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Verlage
Donnerstag, 26. September 2013 (14:30 Uhr)


Börsenverein warnt vor Gerichtsurteil zu Rezensionsauszügen

Löscht die Kritiken!

Der Streit um die Nutzung von Rezensionsausschnitten zwischen der „FAZ“ und buch.de trifft die gesamte Branche. Der Börsenverein fordert die Verlage jetzt auf, vor Verkündung des Urteils am 4. Oktober alle nicht-lizenzierten Rezensionen zu löschen, um das Abmahnrisiko zu verringern.

Hintergrund: Im Juni 2012 hatte die „FAZ“ den Münsteraner Online-Händler wegen ungenehmigter Verwendung von Rezensionsausschnitten verklagt und neben einer Unterlassungserklärung Schadensersatz in Höhe von 35.000 Euro verlangt. Das Urteil soll zwar erst am 4. Oktober verkündet werden, doch es zeichnet sich ab, dass die Richter des Landgerichts München auf Seiten des Zeitungsverlags stehen (buchreport.de berichtete). Das Urteil betrifft alle Buchverlage und Händler, die Buchrezensionen veröffentlichen. 

Der Verleger-Ausschuss des Börsenvereins bittet deshalb die Mitglieder, alle nicht lizensierten Rezensionen umgehend von ihren Internetseiten, aus Datenbanken und Katalogen zu entfernen und keine weiteren nicht-lizenzierten Rezensionen an die Datenbanken des VLB und/oder der Barsortimente zu geben.

Bei buch.de wurden bereits alle Rezensionen aus dem Shop genommen. Im Frühjahr 2012 hatte auch das Barsortiment Libri wegen der Abmahnung eines seiner Handelskunden sämtliche Rezensionsnotizen aus der Titel-Datenbank genommen.

Auch das VLB hat reagiert

Update: Das VLB zeigt die Rezensionen ebenfalls nicht mehr an. Zwar können die Kritiken weiterhin importiert und gespeichert werden, sie werden aber nicht mehr im Titelkatalog angezeigt und nicht mehr an angeschlossene Plattformen exportiert, meldet die Börsenvereins-Wirtschaftstochter MVB. Dies betreffe Texte in den Feldern „Rezension“ und "Rezensionszitat“ (ONIX Othertext Type-Code 07 und 08). Da sich auch auf der U4 häufig Rezensionen befinden, werden diese Texte ausgeblendet.

Dagegen könnten Rezensionen, die in den Haupt- und Kurzbeschreibungen stehen, vom VLB nicht identifiziert werden. Die Verlage sind deshalb aufgefordert, entsprechende Änderungen an die MVB zu übermitteln. 

Branchenweite Lösung für Buchrezensionen

Der Verband arbeitet zurzeit an einer branchenweiten Lösung für die Nutzung von Rezensionen – was sich aber als schwierig herausstellt, da die Verlage laut Börsenverein ein branchenweiten Lizenzierungs- und Entgeltmodells ablehnen, die Interessen der Barsortimente berücksichtigt werden müssen und es ein unübersichtliches „Durcheinander von Individualvereinbarungen“ gebe. 

Die Rechtsabteilung hat deshalb ein schriftliches Regelwerk verfasst und empfiehlt den Verlagen, diese Regeln zur Grundlage ihres Rezensionsexemplar-Versands zu machen. Die Verlage könnten das Dokument ihren Presse-Aussendungen beilegen und auf ihre Internetseite stellen. Zudem sind sie aufgefordert, möglichst viele rezensierende Medien und freie Journalisten dafür zu gewinnen, das Dokument zu unterzeichnen und per E-Mail an rezensionen@boev.de zu senden. 



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