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Verlage
Dienstag, 07. Juli 2009 (08:09 Uhr)


Streit um Weinführer „Gault Millau“

Streit um Solibeitrag

Von „Rating-Gangstern“ ist die Rede und von „Abzockermethoden“ – rund einen Monat, nachdem der für den Weinführer „Gault Millau“ zuständige Münchner Christian Verlag von den Winzern neben dem üblichen kostenlosen Einschicken von Weinproben auch eine freiwillige Teilnahmegebühr von rund 200 Euro verlangt hat, toben die Weinmacher. 14 deutsche Top-Winzer, darunter der für die aktuelle 2009er-Ausgabe vom Gault Millau noch als „Winzer des Jahres“ ausgezeichnete Werner Knipser, haben in einem Offenen Brief die finanzielle Unterstützung sowie Verkostungsproben abgelehnt und jegliche Kooperation mit dem Weinguide abgebrochen.

Im Internet hat sich inzwischen eine kontroverse Diskussion über den GaultMillau entsponnen (hier z.B. in den Kommentaren). Auf Anfrage von buchreport erklärte eine Verlagssprecherin, dass der Solibeitrag freiwillig und der Verlag daher zuversichtlich sei, dass die abgesprungenen Winzer auch in der kommenden Weinguide-Ausgabe vertreten sein werden. Die Herstellungskosten für die 25.000 Exemplare seien so hoch, dass der Verlag auf alternative Einnahmequellen agewiesen sei.
Hier der offene Brief.

Update:

Offener Brief von Clemens Hahn, Programmleiter GAULT MILLAU

München, 04. Juli 2009

Den auch von Ihnen unterzeichneten Offenen Brief vom 1. Juli habe ich mit Interesse, aber auch großer Überraschung gelesen, weil ich die dahinter stehende Motivation zunächst nicht recht verstand. Nachdem sich einige der Unterzeichner über die Medien nochmals zu Wort gemeldet haben und ich eine Reihe von Gesprächen mit Winzern führen konnte, wird mir nun manches klarer.

Offensichtlich bot mein Schreiben vom 8. Juni in einem Punkt "Interpretationsspielraum" und wurde von Ihnen so verstanden, dass die Aufnahme von Betrieben und deren Bewertung im GAULT MILLAU WeinGuide von der Buchung des angebotenen Marketing-Pakets abhingen.

Lassen Sie mich bitte klarstellen: Dem ist selbstverständlich nicht so! Die Aufnahme von Weingütern und deren Bewertung im GAULT MILLAU WeinGuide ist völlig unabhängig von der Buchung des offerierten Marketingpakets. Die Redaktion des GAULT MILLAU WeinGuide ist gänzlich frei in der Auswahl und Bewertung der Weingüter und der vorgestellten Weine. Es ist sogar sichergestellt, dass die Redaktion nicht einmal erfährt, welcher Betrieb das Marketingpaket bestellt hat und welcher nicht.


Die saubere Trennung von Redaktion auf der einen Seite und Vertriebs- und Anzeigengeschäft auf der anderen gehört für den Christian Verlag zu den journalistischen und verlegerischen Prinzipien. Das war für mich so selbstverständlich, dass ich es leichtsinnigerweise unterlassen habe, in meinem Brief ausdrücklich darauf hinzuweisen und von einem "freiwilligen Beitrag" schrieb. Bitte verzeihen Sie diese mangelnde Präzision!


Jedenfalls habe ich mich sehr über die am Ende Ihres Briefes zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung für den WeinGuide gefreut, wo Sie von "vielen positiven Beiträgen zum Marketing deutscher Weine im In- und Ausland" sprachen. Ich hoffe zugleich, dass mit dieser Klarstellung einer weiteren gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem GAULT MILLAU WeinGuide nichts im Wege steht.

Sollten Sie noch weiteren Gesprächs- oder Erläuterungsbedarf sehen, so zögern Sie bitte nicht, mich anzusprechen.

Mit den allerbesten Grüßen aus München


 



Ihr Clemens Hahn


Programmleiter | Publishing Director | GAULT MILLAU



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