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Verlage
Mittwoch, 13. Februar 2013 (09:42 Uhr)


Landgericht Frankfurt vertagt Entscheidung über Suhrkamp

Moratorium für Mediatoren

Waffenstillstand im Streit um den Suhrkamp Verlag: Das Landgericht Frankfurt hat die Entscheidung über den Ausschluss der Gesellschafter auf den 25. September 2013 verschoben. Auf Hans Barlach und Ulla Unseld-Berkéwicz kommt derweil keine leichte Aufgabe zu.

Ulla Unseld-Berkéwicz, die über die Unseld Familienstiftung 61% an Suhrkamp hält, soll sich bis zum neuen Verhandlungstermin mit Hans Barlach, der über die Medienholding Winterthur mit 39% beteiligt ist, außergerichtlich einigen. Dafür hat ihnen die Kammer für Handelssachen bis zum 25. September Zeit eingeräumt.

Die Vorgeschichte 

Der Streit um Suhrkamp hat eine lange Vorgeschichte. Die Auseinandersetzungen um die Macht bei Suhrkamp nach dem Tod von Siegfried Unseld (26. Oktober 2002) im knappen chronologischen Überblick:

  • 2003: Ulla Unseld-Berkéwicz ist Vorsitzende der Familienstiftung, die die Mehrheit am Verlag hält. Sie versucht mehr Einfluss auf das operative Geschäft zu erhalten und wird als zusätzliche Verlagsgeschäftsführerin installiert; Geschäftsführer Günter Berg und der Suhrkamp-Stiftungsrat treten zurück.
  • 2004–2006: Martin Walser wechselt unter Hinweis auf Differenzen mit der Geschäftsführung den Verlag; der neu eingetretene Geschäftsführer Georg Rieppel scheidet wieder aus, ebenso nach langjähriger Zugehörigkeit Programmgeschäftsführer Rainer Weiss.
  • Der Zeitungsunternehmer Hans Barlach und der Hamburger Investmentbanker Claus Grossner übernehmen den Minderheitsanteil (29%) des Schweizer Teilhabers Andreas Reinhart (Medienholding Winterthur). Berkéwicz lehnt eine Zusammenarbeit ab.
  • 2008: Barlach und Grossner fordern ein Mitsprachrecht und werfen der Verlegerin Unfähigkeit vor. Der Suhrkamp-Verlag stellt Strafanzeige. Das Amtsgereicht München stellt das Strafverfahren gegen Hans Barlach und Claus Grossner wegen übler Nachrede gegen eine Geldauflage ein. Die beiden müssen jeweils 15.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zahlen. 
  • 2009: Der andere Minderheitsgesellschafter Joachim Unseld (20%) klagt gegen den Beschluss, den Verlag von Frankfurt a.M. nach Berlin umzusiedeln und steigt schließlich aus dem Verlag aus. Die Familienstiftung und Barlachs Medienagentur übernehmen jeweils 10%-Anteile.
  • 2011: Barlach klagt gegen die Suhrkamp-Geschäftsführung wegen Veruntreuung und Kompetenzüberschreitung.
  • März 2012: Barlach bietet vor dem Landgericht Berlin an, den Suhrkamp Verlag komplett zu übernehmen. Die Mehrheitsgesellschafter lehen den Vorschlag ab.
  • Dezember 2012: Das Landgericht Berlin beruft Ulla Unseld-Berkéwicz als Verlagschefin ab. Suhrkamp geht in Berufung. Bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, bleibt sie amtierende Geschäftsführerin.
  • Januar 2013: Suhrkamp-Autoren fordern ein Ende des Gesellschafterstreits.
  • Januar 2013: Die Gesellschafter wollen sich gütlich einigen.
  • Februar 2013: Im Interview mit dem SPIEGEL bringt Hans Barlach einen neuen Investor als „weißen Ritter“ ins Spiel.
  • 13. Februar 2013: Die Gesellschafter treten vor das Landgericht Frankfurt, um sich gegenseitig ausschließen. Die Entscheidung wird auf September vertagt, um den außergerichtlichen Vermittlungsbemühungen Zeit einzuräumen.


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