(Anzeige)

(Anzeige)
Redaktion/Lektorat
Samstag, 03. Mai 2014 (14:36 Uhr)


Wie man Redaktionen (vielleicht) skalierbar machen kann

Sparen, um zu wachsen?

Viele Verlage denken darüber nach, wie sie entweder ihren klassischen Betrieb wirtschaftlicher machen oder von Print unbelastete, rein digitale journalistische Projekte mit Wachstums- und Gewinnpotenzial Skalierbarkeit journalistischer Geschäftsmodelle bei pubiz.debetreiben könnten. Das Zauberwort ist "Skalierbarkeit". Katharina Brunner hat dem Thema einen grundlegenden Opens external link in new window netzpiloten-Beitrag gewidmet und ist zu dem Schluss gekommen, dass es "ein 'WhatsApp des Journalismus' nicht geben kann", in dem 60 Mitarbeiter einen Kommunikationskanal für 500 Mio. Personen betreiben. Warum? Journalismus ist schwer skalierbar

Was ist eigentlich "Skalierbarkeit?"

Bezogen auf ein Unternehmen bedeutet Skalierbarkeit das genaue Gegenteil von dem, was Medienunternehmen kennen: skalierbar ist ein Geschäftmodell dann, wenn man mit 10% Input mehr als 10% mehr herausholt - oder mit 20% mehr als das Doppelte von dem, was man herausholt, wenn man 10% hineinsteckt. Im Gegenteil dürften die meisten Medienhäuser die umgekehrte Logik verinnerlicht haben: verkleinere ich meine Redaktion oder mein Sales-Team um 10%, hoffe ich, nicht nur Gemeinkosten einzusparen, sondern eben weniger als 10% Geschäfts-Rückgang zu bekommen. Die Beschäftigtenzahlen und die Einkommens-Entwicklung bei Journalisten zeigen die unmittelbaren Folgen dieses Denkens.

Weshalb sind journalistische Projekte schwierig skalierbar?

Journalismus passt evidentermaßen nicht in dieses Schema, wie Katharina Brunner zeigt. Inhalte zu erstellen ist arbeitsintensiv: interviewen, recherchieren, schreiben, schneiden, redigieren und die vielen weiteren Aufgaben sind kaum automatisierbar. Den Output bei gleichbleibender Qualität zu erhöhen ist nur möglich, wenn der Einsatz an Humankapital erhöht wird.

Technologie: Dreh- und Angelpunkt der Skalierbarkeit

Nur dann, wenn Verlage auf Produktions-Seite Technik einsetzen, haben sie Chancen auf Skalierbarkeit - und nur dann, wenn sie diese Technik in einen Change-Prozess einbetten, der eben nicht a priori als Verschlankungs-Prozess gedacht ist. Drei Basis-Technologien spielen in solchen Innovationsprojekten die Hauptrollen:

  • Content-Management-Systeme als "Geheimwaffe"
  • Techniken, die dabei unterstützen, Inhalte wiederverwertbar zu machen
  • Roboterjournalismus als Inbegriff der Skalierungsmaxime

Warum noch nicht alle Verlage diesen Weg der Technisierung gehen, das liegt auch daran, dass die Entscheider in den Häusern meist von Technik zu wenig verstehen - ob sie nun aus dem bekanntlich recht IT-aversen redaktionellen Bereich kommen, aus dem in dieser Hinsicht nicht so viel besseren Marketing oder ob sie gleich einen BWL- oder Controlling-Background haben. Sie schließt mit der Forderung, dass es "... in den Redaktionen nicht nur Journalisten, sondern auch Coder", also IT-Experten braucht. "Dennoch bleibt die Technologie stets nur Hilfsmittel, nicht das Produkt selbst."

 

Teaser & Image by Opens external link in new windowIan Muttoo (CC BY-SA 2.0) / unverändert übernommen



blog comments powered by Disqus


ImpressumSitemapAGB © 2014

CMS, Programmierung Design und Hosting: www.wecotec.de