Verlage
Samstag, 02. März 2013 (11:03 Uhr)


Thomas Wilking über den Umgang mit Amazon

Konfrontation jetzt

Amazon ist ein Beispiel für das, was Wirtschaftstheoretiker als „disruptive Innovation“, als umwälzende Neuerung charakterisieren. Bei dieser Disruption geht es allerdings nicht nur um die Ablösung einer alten durch eine neue, bessere und elegantere „Technik“, sondern auch um den aggressiven Machtwillen, Märkte zu beherrschen und Strukturen zu brechen.

Dass hinter dem Erfolg von Amazon nicht nur eine Innovation und eine beachtliche Managementleistung stecken, sondern auch mindestens Rücksichtslosigkeiten, ist nicht neu. Neu ist, dass öffentlich in größerem Stil nach den Bedingungen und Auswirkungen gefragt wird. Thematisiert werden Ungerechtigkeiten, Gesetzeslücken, Subventionen, Kartellamtsuntersuchung und die gesellschaftlichen Kosten, die mit Amazons wachsender Marktmacht verbunden sind. 

Für Amazon wird das Klima damit rauer, das Arbeiten teurer und die knappe Kalkulation schwieriger. Und das Image lässt sich nicht mehr nur auf die gut geölte Päckchen- und Download-Rekorde produzierende Maschinerie und Geschichten vom smarten Jeff Bezos reduzieren.  

Der kritischere Blick der Öffentlichkeit sollte der Buchbranche, speziell den Verlagen helfen, ihre Interessen konfrontativer zu artikulieren und dem nicht zimperlichen Marktgestaltungswillen des Online-Riesen eigene Regeln entgegenzusetzen. Wenn, so ist der geeignete Zeitpunkt jetzt. 

Buchhändler haben ohnehin nichts zu verlieren. Sie müssen die aktuellen Amazon-Aufregungen nutzen, um ihr Publikum für ein bewussteres Einkaufen zu gewinnen und sich offensiv als Alternative zu präsentieren.



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