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Kommentar
Freitag, 29. Oktober 2010 (11:00 Uhr)


Rainer Uebelhöde über die Reformprozesse im Börsenverein

Unter einem Dach?

Stefan Könemann, Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, hat mit seinen Fusionsplänen im Börsenverein eine Umbaudebatte angestoßen, deren Folgen deutlich tiefer gehen könnten, als der Reformprozess von 2004 bis 2006. Eine Zweckehe mit dem Bundesverband eingehen oder lieber die tradierten föderalen Strukturen bewahren? Wie in jedem System unter starkem Veränderungsdruck, schlugen die Wogen nach dem Vorstoß aus NRW zunächst hoch. Mittlerweile prüfen auch andere Landesverbände nüchtern die Auflösungsoption und das Verlagern ihrer Funktionen nach Frankfurt. Die Diskussion versachlicht sich.

Nüchternheit ist angesagt, denn man darf davon ausgehen, dass das NRW-Problem der sinkenden Beitragseinnahmen durch latenten Mitgliederschwund wohl fast allen Landesverbänden früher oder später an die Substanzen gehen wird. Wichtiger für den Börsenverein in seiner Gesamtheit sind die Chancen, die in dem von Könemann auf den Weg gebrachten Prozess liegen: Ein schlanker Verband mit flachen Hierarchien verfügt über eine schnellere und effektivere strategische Handlungsfähigkeit. Und mit der Entbürokratisierung kann der flexible Zuschnitt eines Dienstleistungsportfolios einhergehen, das den Bedürfnissen einer Branche im Wandel auch in Zukunft gerecht wird.

Im klassischen Gefüge zwischen Verlagen und Buchhandel vollziehen sich derzeit Veränderungsprozesse, die der Börsenverein adäquat begleiten muss. Die Strukturen, die ihn dazu in die Lage versetzen, müssen die Mitglieder letztendlich aber selbst bestimmen.

aus buchreport.express 43/2010



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