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Verlage
Dienstag, 15. Januar 2013 (10:19 Uhr)


Größter niederländischer Buchverlag verzichtet auf DRM

Digitale Liberalisierung

Sie bröckelt langsam, aber sie bröckelt deutlich, die Fraktion der DRM-Befürworter. In den Niederlanden hat der größte Verlag auf harten Kopierschutz verzichtet. De Arbeiderspers/A W Bruna setzt stattdessen auf digitale Wasserzeichen. Auch das Selfpublishing-Portal Lulu sagt DRM Adieu. 

Nach einem Bericht des „Bookseller“ sollen alle E-Books des Verlags (insgesamt 1200 Titel, mit Ausnahme der im iBook-Store von Apple verkauften Titel) ohne DRM angeboten werden. Zu den Autoren gehören Paul Auster, Michel Houllebecq, Frederick Forsyth und Ian Fleming. Das digitale Wasserzeichen ermöglicht, dass von illegal verbreiteten Kopien auf den ursprünglichen Käufer geschlossen werden kann.

CEO Joop Boezeman erklärt: „Ob digitale oder gedruckte Bücher, wir sind stolz auf die Geschichten, die in einem Buch erzählt werden. Das bedeutet, dass das digitale Format auch ein attraktives Angebot sein muss. Mit den Wasserzeichen sind wir einen Schritt näher gekommen.“

Die Niederländer stellen sich mit ihrem DRM-Verzicht in eine Reihe von Gleichgesinnten:

  • Anfang Januar 2013 hatte das Selfpublishing-Portal Lulu angekündigt, dass neue Titel, die über den eigenen Shop verkauft werden, nicht mehr mit DRM versehen werden können.
  • Im November gab Wiley bekannt, 3000 Titel über die eigenen Online-Kanäle DRM-frei anzubieten (hier mehr).
  • Im Juli 2012 gab Editions Michel Lafon aus Frankreich dem harten Kopierschutz den Laufpass (hier mehr).
  • Ebenfalls im Sommer 2012 gab Macmillan testweise bei den Science Fiction-Imprints Tor Books und Forge Books den harten Kopierschutz auf.
  • Die größte Offensive gegen DRM startete Joanne K. Rowling mit den E-Books zu ihrer „Harry Potter“-Serie, die ohne harten Kopierschutz heruntergeladen werden können. Die Zwischenbilanz ihres Pottermore-Chefs Charlie Redmaynes im Interview mit buchreport.de: „Ich würde nicht sagen, dass der Verzicht auf DRM Piraterie senkt, aber: DRM-freie E-Books verstärken nicht die Piraterie“ (hier mehr).


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