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Verlage
Samstag, 17. September 2011 (08:05 Uhr)


Claudia Huber über Lektoren auf dem Weg ins Multimedia-Zeitalter

„Wir müssen uns nicht in Informatiker verwandeln“

Am heutigen Samstag (17. September 2011) diskutiert der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL) über die Zukunft des Berufes in Berlin. „Contentmanagement – Zukunft des Lektorats“ lautet dabei eines der Themen der Jahrestagung. Im Interview erklärt Vorstand Claudia Huber (Foto: Katrin Ott), ob die Lektoren  gerüstet sind für den digitalen Wandel.

XML-Workflows, enhanced E-Books, Content-Management-Systeme – das Berufsbild des Lektors wird auch von der Digitalisierung geprägt. Sind die Lektoren gerüstet für den Wandel?
Wir sind auf dem besten Wege dazu: Beispielsweise bieten wir seit einiger Zeit in Zusammenarbeit mit der XML-Schule Taching ein Seminar „E-Books für Lektoren“ an. Ebenso gibt es gemeinsame Veranstaltungen des VFLL und der Akademie des Deutschen Buchhandels zum Thema „XML und E-Books für freie Lektoren“. Auch auf unserer diesjährigen Mitgliederversammlung am Samstag in Berlin findet ein Workshop genau zu den von Ihnen genannten Themen statt. Weitere Seminare sind in Planung.

Spricht dieser Trend für oder gegen freiberufliche Lektoren  – sind die CMS-Systeme oder Datenbanken der Verlage von außen hin überhaupt zugänglich?
Dass freie Lektorinnen und Lektoren in Content-Management-Systemen von Verlagen arbeiten, ist bereits Alltag. Sie können über das Internet auf bestimmte passwortgeschützte Bereiche zugreifen. Das erleichtert die Zusammenarbeit zwischen internen und externen Mitarbeitern und die externer Mitarbeiter untereinander, die bereits das Management ganzer Projekte übernehmen. All das spricht für den Einsatz freiberuflicher Lektoren.

Die Grenzen zwischen Büchern und anderen Medien verschwimmen. Wird der Lektor der Zukunft zum Multimedia-Experten?
Prognosen sind natürlich schwierig. Doch ein gewisser Trend in diese Richtung zeichnet sich ab. Im Zentrum unserer Arbeit stehen weiterhin die Inhalte; die Wege, über die sie transportiert werden, ändern sich. Zielgruppengerechte Texte werden durch Zusatzmaterialien ergänzt, sei es durch Tonspuren, Apps, Links zu ergänzenden Inhalten im Internet. Hier die optimalen Pakete für verschiedene Adressaten zu schnüren, ist eine Aufgabe, der sich freie Lektorinnen und Lektoren stellen.

Im Bereich der Computerspiele scheinen die Autoren diesbezüglich weiter zu sein, weil sie sich Gedanken über Inhalte und Technik/Umsetzung machen. Was können die Lektoren aus angrenzenden Branchen lernen?
Computerspielautoren sind von ihrer Provenienz her in der Regel echte Technik-Freaks. Das liegt in der Natur der Sache. Lektorinnen und Lektoren müssen sich nicht in Informatiker verwandeln, ebenso wenig wie sie früher gelernte Drucker sein mussten. Es ist für uns jedoch wichtig, mit den neuen Technologien so weit umgehen zu können, dass wir unsere Arbeit, den professionellen Umgang mit Sprache und Inhalten, adäquat für die Medien der Zukunft zu leisten imstande sind. Dabei können wir von Experten lernen – und wir sehen uns auf einem guten Weg dahin.
Die Fragen stellte Daniel Lenz



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