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Verlage
Donnerstag, 29. November 2012 (09:25 Uhr)


Amazon-Publishing bereitet Europa-Dependance vor

Amazon-Verlage nehmen Kurs auf Deutschland

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Amazon mit den eigenen Verlagen den Atlantik überquert. Im neuen Jahr, heißt es in einem Brief von Amazon Publishing an Agenten, soll eine europäische Dependance in Luxemburg starten. Erste Titel hat Amazon aber bereits für den deutschen Markt übersetzt.

Amazon eröffnet europäische Verlags-Dependance  

In dem Brief schreibt Jeff Belle (Foto: Amazon), Vice President bei Amazon Publishing, dass Amazon Publishing Europe im Frühjahr in Luxemburg die Arbeit aufnehmen soll. Das Geschäft soll demnach von Vicky Griffith gesteuert werden, die bislang (von Seattle aus) die Amazon-Verlage an der West-Küste der USA verantwortet hat. In Luxemburg werde man ein Team aus Lektoren und Marketing-Managern zusammenstellen. 

Zwar heißt es in dem Brief, der Fokus liege auf englischsprachigen Titeln für die Amazon-Bücher-Shops in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien; so solle das englische Publikum für die eigenen Autoren ausgeweitet werden. Dennoch hat Amazon auch andere Sprachen im Auge. Belle erwähnt in seinem Brief, dass man im Juli begonnen habe, die ersten englischen Titel aus dem eigenen Programm ins Deutsche zu übersetzen. 12 dieser Titel seien in der Top-100-Liste der Kindle-Bestseller platziert gewesen.

Die Aufgaben der neuen Chefin für Amazons EU-Verlage werden von Larry Kirshbaum übernommen, der bisher nur die Verlage an der Ostküste gesteuert hat. Auch die Kinderbuch-Aktivitäten von Amazon werden künftig von Kirshbaum koordiniert. Weitere damit verbundene Personalien:

  • Daphne Durham agiert als Cheflektorin für alle Amazon-Erwachsenen-Imprints.
  • Amy Bates zeichnet für den Bereich „Operations“ verantwortlich.
  • Der bisherige Marketing-Chef an der Westküste, Mikyla Bruder, übernimmt die Verantwortung für die gesamten Marketing-Aktivitäten.
  • Rechte- und Lizenzen-Boss Philip Patrick steigt zum obersten Manager für Geschäftsentwicklung, Rechte und Vertrieb auf.

Tim Ferriss auf dem Weg zum Amazon-Bestseller-Autor

Während Amazon mit Blick auf die eigene Kindle-Hardware keine absoluten Absatzzahlen nennt, lässt sich das US-Unternehmen bei den eigenen Bücher-Aktivitäten zumindest etwas in die Karten schauen: Das Kochbuch von Tim Ferriss, „The 4-Hour Chef“ (das im Vorfeld für viel Wirbel gesorgt hatte, weil es u.a. von Barnes & Noble boykottiert wird) sei bislang 60.000 Mal als Print- und E-Book-Ausgabe verkauft worden.

Im September hatte Belle in einem Brief an Agenten weitere Zahlen genannt und dabei den deutschen Autor Oliver Pötzsch erwähnt: Er habe jenseits des Atlantiks über „Amazon Crossing“ schon über 500.000 Exemplare seines „Henkerstochter“-Romans „The Dark Monk“ verkauft.

Amazon schon zweitstärkster Übersetzer ins Amerikanische

Wie stark Amazon bereits heute auf dem US-Markt verankert ist, das zeigte kürzlich eine Studie, nach der Amazon Crossing, das 2010 gegründete und auf Übersetzungen internationaler Literatur spezialisierte Verlagsimprint des Onliners, bereits zweitstärkster Einkäufer ausländischer Lizenzen (von Büchern, die ins Amerikanische übersetzt werden) ist.

Welche Auswirkungen die Verlagsaktivitäten von Amazon für den deutschen Markt haben könnten, dazu hat buchreport.de schon im Februar 2012 eine Umfrage gemacht. Die Einschätzungen reichen von „Amazon wird nicht lange Freude am Verlagsgeschäft haben“ (Matthias Ulmer, Eugen Ulmer Verlag) bis „Amazon treibt die ,Downward-Spiral' an“ (Vermarktungsexperte Klaus Fuereder). Hier mehr Stimmen.



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