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Management
Donnerstag, 09. Januar 2014 (09:43 Uhr)


Rück- und Ausblicke zum Jahreswechsel – eine Nachlese

Medientrends 2014

© Matthew Cole - Fotolia.comUm es gleich vorweg zu nehmen: Abgesehen von den weitgehend bekannten Thesen, die sich rund um die Disruption und ihre Gefahren – oder, je nach Sichtweise – Chancen ranken, gibt es eine Sache, der vergleichsweise viel Entwicklungspotenzial zugeschrieben wird: dem 3D-Druck. Manchem Statement dazu ist zwar auch eine Portion Skepsis beigemischt, wie etwa bei dem Autor und Vortragsreisenden Gunter Dueck, einst für Cultural Change zuständiger Manager bei IBM, der hier stellvertretend erwähnt sei. Aber auch er nennt das dreidimensionale Drucken als Thema, das uns noch lange beschäftigen werde. Dueck zählt zu 14 Experten, die die IT-Zeitschrift t3n um ihre Prognosen für das neue Jahr gebeten hatte: Opens external link in new windowMega-Trends 2014: 14 Experten und ihre Prognosen fürs kommende Jahr

Zu den 14 Auserwählten zählt auch Stefan Ploechinger, Chefredakteur von Süddeutsche.de. Er erwartet mehr Wettbewerb im Netz, was die Qualität des Angebots verbessern werde. Außerdem werde das klassische Web gegenüber Mobile an Bedeutung verlieren. Ploechinger hält es außerdem für ratsam, etwas mutiger zu testen, was an Bezahlangeboten machbar ist. Mozilla-Entwickler Christian Heilmann geht von einem Niedergang des App/Marketplace-Modells aus, da User immer weniger dazu neigten, sich in geschlossene Systeme zu begeben. Abgelöst würden diese durch Entwicklertools in Browsern und offenen HTML5-Umgebungen. Die Kommunikationsberaterin und Buchautorin Kerstin Hoffmann warnt angesichts des Trends zum Selfpublishing, für Verlage und Medienunternehmen wird es „immer brenzliger, wenn sie nicht besser verinnerlichen, dass sie nicht weitermachen können wie bisher.“ Dafür, so jedenfalls die Prognose von Ibrahim Evsan, Gründer von sevenload, würden Einzelpersonen auf der Basis von Blogs und anderen Social-Media-Plattformen künftig zu „social trademarks“.

Verlagstrends 2014

Vor dem Hintergrund, dass in drei Jahren die Digital Natives die größte Kaufkraft aufbringen werden, listet der Münchener Medienberater Thorsten Schlaak  im Newsletter der Medienberatung Heinold, Spiller & Partner fünf Fokussierungsvorschläge für Medienhäuser auf, die helfen sollen, sich auf weitere Auswirkungen des Strukturwandels vorzubereiten: 1. Craftsmanship, eine Rückbesinnung auf Qualität, den Ausbau von 2. Kundennähe und 3. Technologiekompetenz, 4. Smart Content, also semantisch erschlossene Inhalte, die gezielt ausgespielt werden können, und 5. eine agile Unternehmenskultur, die verstanden hat, dass in Zukunft das einzig Konstante die Veränderung sein wird: Opens external link in new windowVerlagstrends 2014

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Scherzer, blickt trotz großer Veränderungen auf dem Medienmarkt optimistisch in das neue Jahr, wie das Handelsblatt berichtet: Opens external link in new windowVerleger sehen ungebrochenes Interesse an Zeitschriften

Immerhin seien 2013 in Deutschland - auch dank über 100 Neugründungen – mehr als 1.600 Zeitschriften, Wochenzeitungen und Magazine erschienen, ein Rekord. Auch seien die Rückgänge des Anzeigengeschäfts geringer ausgefallen als erwartet.

Internationale Branchen-Ereignisse

Seinen Optimismus angesichts der Disruption hat sich auch Mathew Ingram von dem amerikanischen Fachportal GigaOm bewahrt. Seinen positiven Ausblick begründet er mit den in seinen Augen sechs interessantesten Branchen-Ereignissen des vergangenen Jahres. Ingrams Liste:

  • First Look Media, die 250-Millionen-Dollar-Investition des E-Bay-Gründers Pierre Omidyar in investigativen Journalismus,
  • der Kauf der Washington Post durch Amazon-Gründer Jeff Bezos für die gleiche Summe,
  • Neugründungen wie die Newsplattform „The Information“ von Jessica Lessin, die ihren Content für eine Jahresabogebühr von 400 Dollar anbietet, oder „The Daily Dish“, für die Gründer und Politik-Blogger Andrew Sullivan fast eine Million Dollar von Abonnenten einwerben konnte (Sullivan berichtet in einem weiteren Beitrag darüber, wie es ist, ein komplett von Lesern finanziertes Angebot zu machen und wie die Zukunft seiner Website aussehen könnte: Opens external link in new windowAndrew Sullivan looks back on the Daily Dish’s performance in 2013, and talks about the future),
  • das Start-up Circa, das News für die mobile Nutzung aufbereitet und aus Ingrams Sicht zu den wenigen Anbietern zählt, die versuchen, ganz neue Wege zu gehen,
  • Medium, eine geplante Mischung aus Plattform für jedermann und Magazin, hinter der der frühere Twitter-Ceo und Blogger-Gründer Evan Williams steht,
  • sowie der britische Blogger Eliot Higgins alias Brown Moses, der mit Unterstützung seiner Nutzer die Verbreitung von Rüstungsgütern beobachtet und damit, obwohl kein gelernter Journalist, laut Ingram eines „der besten Beispiele für Bürgerjournalismus“ der vergangenen Jahre darstelle.

Zu Ingrams Beitrag: Opens external link in new windowThe six most interesting things that happened in media this year, according to me

Soziale Medien am Tor zur "goldenen Ära" 

Das Facebook-Jahr Revue passieren lässt der „inoffizielle Facebook-Blog“ allfacebook.de: Opens external link in new windowDas war Facebook 2013

Joe Hyrkin, CEO der digitalen Publishing-Plattform Opens external link in new windowIssuu mit Sitz im kalifornischen Palo Alto, sieht in seinem Ausblick - aus der Perspektive der sozialen Medien - das Publizieren am Tor zu einer „goldenen Ära“, geprägt von Twitter als Signalgeber und Verteiler von Informationen sowie von wachsenden Special-Interest-Communities. Der Plattform-Manger freut sich über den positiven Trend bei den digitalen Werbeausgaben in den USA, die 2013 auf 22 % der Gesamtausgaben gestiegen sind (von 19 % im Vorjahr). Joe Hyrkin: Opens external link in new windowDigital publishing: How it will evolve in 2014 and beyond

Auch Social Reading ist im Kommen - gute Aussichten für Sascha Lobos Sobooks. Laut buchreport legen die Communities, auch in Deutschland, kräftig zu: Opens external link in new windowMehr Mitglieder als Australien Einwohner

Beim buchreport gibt es auch ein Opens external link in new windowDossier zum Thema Social Reading.

Freunde ausgiebiger Erörterungen sind sicherlich mit dem Drei-Stunden-Video des Bloggers und Medienkritikers Marcel Weiß (Neunetz) gut bedient:
neunetzcast 31: Opens external link in new windowDer große Rückblick auf 2013 und Ausblick auf 2014

Wer es kürzer mag, kann sich mit Weiß‘ Emfehlung der Thesen des Venture-Kapitalgebers Fred Wilson behelfen, die dieser in einem Talk präsentierte. Wilsons nennt als Megatrends: Netzwerke statt Hierarchien, Unbundling, Smartphones – und vier Gebiete, die man im Auge behalten sollte: die Internet-Währung Bitcoin, Wellness, Datenlecks und die Thematik Vertrauen/Identität. Zur Kurzfassung des Inhalts und Video: Opens external link in new windowMy Talk At LeWeb Yesterday

TV-Nutzungsdauer sinkt

Die Deutschen sehen im Durchschnitt täglich zwei Minuten weniger fern als in den Vorjahren. Wie das Marktforschungsinstitut Media Control festgestellt hat, sank die Nutzungsdauer der Deutschen ab drei Jahren von 222 Minuten im Vorjahr auf 220 Minuten; bei den 14- bis 49-Jährigen ging es gleich um fünf Minuten runter (von 187 auf 182 Minuten). Das Handelsblatt berichtet über die Ergebnisse: Opens external link in new windowDeutsche gucken seltener in die Röhre

Dezentralisierung beim Film

Der Filmwissenschaftler Jürgen Keiper hat auf dem Portal irights.info die Filmwirtschaft im Jahr 2013 analysiert: Opens external link in new windowViele neue Nischen statt zentraler Portale

Crowdfunding als Erfolgsrezept

2013 investierten drei Millionen Menschen in Projekte der Crowdfunding-Plattform Kickstarter, wie das Fachportal Techcrunch meldet. So kamen 480 Millionen Dollar zusammen, nach 320 Mio. USD im Jahr 2012 und 100 Mio. USD im Jahr 2011. Zum Beitrag: Opens external link in new windowKickstarter’s 2013 Saw 3M Crowdfunders Pledge $480M, 19.9K Successfully Funded Projects

Auch die Guardian Mediengruppe experimentiert mit Crowdfunding: Mit der Plattform Contributoria unternimmt sie einen Versuch, mithilfe einer Community hochwertigen Journalismus zu finanzieren. Zum Bericht bei GigaOm: Opens external link in new windowContributoria’s founders talk about why they are building an open community for crowdfunding journalism

Einen anderen Weg schlägt Yahoo ein: Dort sollen nach alter Schule professionelle Reporter das Geschäft der Yahoo Digital Magazines ankurbeln. Was Analyst David Cooperstein von Forrester Research laut der Plattform ijnet (International journalists‘ network) zu dem Kommentar veranlasste, mit diesem inhaltlichen Fokus bewege sich Yahoo auf ein Gebiet, das keine andere Tech-Company vorher betreten hatte: Opens external link in new windowYahoo Digital Magazines turn to professional journalists, not the crowd, for content creation

Auf Qualität setzt auch Arianna Huffington (Huffington Post) bei ihrem nächsten Projekt: Zusammen mit Karstadt-Investor Nicolas Berggruen will sie laut Online-Portal des Guardian eine News-Seite namens World Post starten. Die Texte sollen von hochkarätigen Autoren wie Tony Blair oder Bill Gates kommen: Opens external link in new windowArianna Huffington announces launch of World Post news website

(hff)



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