(Anzeige)

(Anzeige)
Verlage
Mittwoch, 07. November 2012 (07:19 Uhr)


Reuters: EU-Kommission segnet Agency-Vergleich ab

Grünes Licht aus Brüssel?

Im Streit um mögliche Preis-Absprachen beim Vertrieb von E-Books drückt Brüssel aufs Tempo. Offenbar steht die EU-Kommission kurz davor, den von mehreren Großverlagen und Apple vorgelegten Vergleich ohne Abstriche abzusegnen.

Die Nachrichtenagentur Reuters beruft sich auf ungenannte Quellen. Demnach werde die Entscheidung zum grünen Licht im Dezember verkündet. Brüssel erklärte auf Reuters-Anfrage, man sei weiter dabei, den Vergleich zu prüfen.

Die EU-Kartellwächter hatten im September 2012 einen offenen Markttest eröffnet, dem der Vergleich mit HarperCollins, Simon & Schuster, Georg von Holtzbrinck, Hachette Livre und Apple unterzogen werden sollte.

Die wesentlichen Bestandteile des Vergleichs (der sich an einem ähnlich gelagerten Settlement in den USA orientiert):

  • Die Verlage müssen ihre Agency-Verträge aufgeben.
  • Die Verlagshäuser dürfen mindestens fünf Jahre keine „Meistbegünstigungsklausel“ abschließen. Diese Klausel wurde von Apple im Rahmen des Agency-Models eingeführt und verpflichtete die Verlage, ihre E-Books im iBookStore mindestens genauso günstig anzubieten wie in anderen Shops.
  • Die Verlage geben den Shops und in einem Zeitraum von zwei Jahren die Freiheit über die Gestaltung der E-Book-Preise zurück. 
  • Die Händler dürfen die Preise für die Endkunden reduzieren, allerdings maximal in der Höhe des eigenen Rabattes (üblicherweise 30%) – mit dieser Klausel soll das so genannte „Loss Leading“ verhindert werden, bei dem E-Books unter dem Einkaufspreis weiterverkauft werden, um primär Kunden für andere Artikel anzuwerben (eine Geschäftspraxis, die Amazon in den USA pflegt).

Den Vergleich mit Brüssel nicht unterzeichnet hat Penguin (gehört noch zu Pearson, künftig voraussichtlich Teil der Verlagsgruppe Penguin Random House). Der Verlag hatte sich auch in den USA dem Agency-Vergleich verweigert und sucht die Entscheidung vor dem Kadi.

 

Was ist Agency?

Anders als beim Lizenzierungsmodell, das dem Händler selbst erlaubt, die Bedingungen für den Verkauf der E-Books zu bestimmen, bleibt der Verlag beim Agency-Modell (auch Kommissionsagenten-Modell genannt) rechtlich „Herr des Geschäfts“, diktiert also Bedingungen, vor allem den Preis. Die Kartellwächter sind nicht gegen das Modell an sich, melden aber Zweifel am Zustandekommen des Modells an. Die VErlage hätten sich mit Apple abgesprochen, um den Agency-Ansatz durchzusetzen.



blog comments powered by Disqus


ImpressumSitemapAGB © 2014

CMS, Programmierung Design und Hosting: www.wecotec.de