Verlage
Mittwoch, 29. Februar 2012 (10:48 Uhr)


Bertelsmann und Holtzbrinck eröffnen E-Book-Ausleihe

Skoobe gestartet

Bereits im August 2010 gab das Kartellamt grünes Licht für das Joint Venture; jetzt präsentieren die Bertelsmann-Töchter Arvato und Random House sowie die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck die Früchte ihrer Zusammenarbeit: Die E-Book-Bibliothek „Skoobe“ soll neue Nutzer für das E-Book gewinnen.

Die Details zum Start:

  • Bei Skoobe erwerben die Leser keine einzelnen E-Books, sondern werden Mitglieder einer mobilen Bibliothek. Die Mitgliedschaft wird direkt bei skoobe.de abgeschlossen, nicht über Vermittler wie Apple oder Google
  • Skoobe steht derzeit als App für iPhoneiPad und iPod touch zur Verfügung. Eine Android-Version ist geplant.
  • Die ersten 10.000 Mitglieder können im Rahmen des limitierten Einführungsangebots für monatlich 9,99 Euro beliebig viele E-Books pro Monat ausleihen und lesen. Maximal fünf ausgeliehene Bücher stehen gleichzeitig im digitalen Regal zur Verfügung. 
  • Nach dem Ende des Einführungsangebots am 1. März 2013 können Skoobe-Mitglieder für 9,99 Euro jeden Monat zwei neue Bücher ausleihen, bereits ausgeliehene Bücher (maximal fünf) bleiben im Regal, solange die Mitgliedschaft besteht.
  • Leseproben ermöglichen dem Leser, wie bisher, auch ohne Mitgliedschaft das Anlesen aller verfügbaren Bücher bei Skoobe. 
  • Die Bücher können auch offline, ohne Internetverbindung, gelesen werden.

„Mit Skoobe haben wir ein ganz neues Angebot geschaffen, E-Books zu lesen“, erläutern Christian Damke und Henning Peters, Geschäftsführer von Skoobe. „Wir haben bei der Entwicklung von Skoobe besonderen Wert auf die speziellen Bedürfnisse von E-Book-Lesern gelegt: Stöbern, Anlesen und Organisieren der eigenen Bibliothek sowie die Möglichkeit des synchronisierten Lesens auf bis zu drei Geräten ermöglichen ein perfektes Leseerlebnis.“

Das E-Book-Angebot von Skoobe konzentriert sich auf die Segmente unterhaltende Literatur, Sachbücher, Ratgeber sowie Kinder- und Jugendbücher.

Bislang sind vorwiegend Titel der Skoobe-Gesellschafter im Angebot: von Holtzbrinck u.a. die Verlage  S. FischerRowohltKiepenheuer & Witsch und Droemer Knaur, auf Bertelsmann-Seite DVAGoldmannHeyne und Luchterhand. Die Plattform steht auch Verlagen außerhalb der Konzerne offen, bisher macht darüber hinaus nur der Kölner Verlag Bastei Lübbe mit. 

Hier der Trailer zu Skoobe:

Für das Modell gibt es zahlreiche Vorbilder: 

  • Angeblich plant Amazon eine E-Book-Flatrate-Modelle für Prime-Kunden: Wie das „Wall Street Journal“ im September 2011 berichtete, orientiert sich Amazon an dem Netflix-Modell der Filmebranche: Kunden zahlen eine Jahrespauschale und erhalten Zugriff auf einen Katalog an E-Books, in erster Linie Backlist-Titel. Im Zentrum der Initiative stehen laut WSJ die „Amazon Prime“-Kunden, die jährlich 79 Dollar für eine schnellere Belieferung und den Zugriff auf eine digitale Filme- und TV-Show-Bibliothek bezahlen.
  • Das spanische Portal 24symbols streamt E-Books aus der Cloud, statt sie zum Download anzubieten. Die Nutzer können zwischen einer kostenlosen/werbeunterstützen und einer Bezahl-Version entscheiden, die eine Lektüre ohne Anzeigen und offline ermöglicht. Die Lektüre erfolgt per Browser oder über eine App für iPad, iPhone bzw. Android. 
  • Auch das Branchen-Startup PaperC bietet seinen Nutzern ein Bibliotheks-Modell mit monatlicher Pauschale, das im Juni 2012 für alle Nutzer geöffnet werden soll. Die Leipziger setzen im Gegensatz zu Skoobe auf ein Subskriptions-Modell mit Zugang zum gesamten Buchbestand aller Verlage,  , die sich an dem Modell beteiligen (bei begrenzter Lesezeit). Die Vergütung der Verlage soll unabhängig vom monatlichen Pauschalbetrag erfolgen: „Wenn ein Nutzer im Rahmen des Modells 10% des Buches gelesen hat, bekommt der jeweilige Verlag 7% des E-Book-Preises, denn die Verlagsmarge beträgt einheitlich 70%. PaperC macht also Verluste, wenn unsere Pauschale zu niedrig angesetzt war“, erläutert Mitgründer Martin Fröhlich.

Mehr zum Thema (u.a. zum Thema Preisbindung, Abrechnung mit den Verlagen) lesen Sie im aktuellen buchreport.express 9/2012 (erscheint am 1. März)



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