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Verlage
Mittwoch, 10. Februar 2010 (14:02 Uhr)


Markus Klose über neue Herausforderungen auf dem E-Book-Markt

„Die Preisbindung wird für uns zu einem Problem“

Während Amazon das Kindle-Programm voraussichtlich noch im Frühjahr auf Deutschland ausweiten wird, will Apple Buchverlage für das iBook-Programm auf dem iPad gewinnen. Verlage bringen sich schon heute in Position. Im Interview beschreibt Markus Klose, Geschäftsführer Marketing beim Hoffmann und Campe Verlag, wie die Hamburger mitmischen wollen.

 

Amazon bereitet gerade den Start des deutschen Kindle-Programms vor. Wird sich Ihr Verlag beteiligen?
Wir wollen dabei sein, klar. Bevor es hier aber zur Realisierung kommt, sind noch einige Fragen zu klären. Insbesondere die Ladenpreis-Situation gibt hier Aufgaben auf. Unser Angebot wird sich sicher nicht unterscheiden von anderen E-Book-Sortimenten von Hoffmann und Campe. Unser Ziel ist es, unsere Titel auf allen verfügbaren Plattformen anzubieten.

Auf dem englischsprachigen Buchmarkt tobt ein Kampf um die Preissetzung bei E-Books, insbesondere um die 9,99-Dollar-Bestseller von Amazon. Wie positionieren Sie sich?
Wir bieten unsere Titel hauptsächlich in zwei Preiskategorien an: 9,99 und 14,99 Euro. Der Zusammenhang zum Preis des gedruckten Buchs wird in der Preisdarstellung immer weniger vermittelbar sein. Das sieht man schon seit langem im Download-Angebot bei Musik oder Film. Die Preisbindung stellt uns hier aber vor ein Problem: Der Lesekomfort auf dem iPad ist ungleich größer als auf dem iPhone. Das gilt genauso bei den Readern oder beim Kindle. Identische Preise zu verlangen, erscheint mir kaum durchsetzbar. Auch hier gilt es also, sehr aufmerksam zu sein.

Nicht nur der Lesekomfort könnte auf dem iPad größer sein. Anders als der Kindle können die Verlage über die Apple-Schiene angereicherte E-Books (zB inklusive Zusatzmaterial wie Video einer Lesung, Hörbuch) verkaufen. Welche Perspektiven ergeben sich dadurch?
Inhalte multimedial aufzubereiten und ein Mehr anzubieten, ist natürlich eine attraktive Möglichkeit, Buchinhalte noch interessanter zu machen. Ich würde diese Option bei Romanen oder Sachbüchern aber nicht überbewerten. Die vielen Extras bei z.B. DVDs oder Blue Rays werden zwar in den Rezensionen postiv vermerkt, im Grunde aber kommt es auf die Filme selbst an. Sind die sehenswert, kauft man sich den Film. Ähnlich erwarte ich's beim Buch.

Vor fast einem Jahr haben Sie mit iHoCa eine iPhone-App auf den Markt gebracht. Wie lautet Ihre Zwischenbilanz?
iHoca wird gerade auf dem iPad eine Renaissance erleben. Die Idee, sämtliche Neuigkeiten des Verlages an einer prominenten Stelle abzubilden, erscheint uns nach wie vor mehr als sinnvoll. Die Mischung aus Leseproben, Veranstaltungshinweisen oder Aktionen kann dabei attraktiv genug sein, um einen eigenen Auftritt zu rechtfertigen. Und die Verbindung zu sozialen Netzen wie Facebook oder Twitter ist hier perfekt möglich. Außerdem freuen wir uns natürlich über den gefundenen Namen für die Applikation, insbesondere unter der Voraussetzung des geplanten iBook-Shops von Apple.

Die Fragen stellte Daniel Lenz

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