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„Wo bleiben die Bestseller?“

Verlage
Mittwoch, 27. Mai 2009 (13:05 Uhr)


Sortimenter kritisieren Libreka-Lücken

„Wo bleiben die Bestseller?“

Rund ein Jahr, nachdem der Sortimenter-Ausschuss im Börsenverein mit scharfem Ton die Verlage davor gewarnt hat, mit Hilfe von Libreka den Direktvertrieb auszubauen, folgt ein böser Brief des  Arbeitskreises kleiner unabhängiger Sortimente (AkS) an die Verlage. Wieder geht es um Libreka. Und wieder klagen die Buchhändler über den mangelhaften Status Quo des Leuchtturmprojekts.

Zwar sei die Lösung zur Integration des stationären Buchhandels in die Vertriebskette gut – es sei ein akzeptables Modell der Honorierung des Engagements von Buchhändlern vor Ort im Buchhandel oder auf der eigenen Webseite geschaffen worden. Hinzu komme, dass die Resonanz bei den Lesern gut sei. Die „bittere Tatsache“ sei jedoch, dass es zu wenige Titel im System gebe. Im Wortlaut heißt es:

„Mit dem heutigen Datum stehen in Libreka genau 11.605 elektronische Bücher zum Verkauf zur Verfügung. Wenn man sich nun etwas näher anschaut, welche Titel dort erworben werden können, ergibt sich folgendes Bild:
- Bereich Naturwissenschaften / Informatik / Technik 6.318 Titel
- Bereich Sozialwissenschaften 3.504 Titel
- Bereich Geisteswissenschaften 1.160 Titel
- Bereich Ratgeber 275 Title!
- Bereich Belletristik 185 Titel!
- Bereich Reise 3 Titel!
- Bereich Div. 160 Titel

Hier zeigt sich nun die eklatante Lücke. Wo befinden sich die aktuellen Bestseller, die Ratgeber, die Reiseführer, die Brotartikel? Die erweiterte Suche nach Piper, Goldmann, Rowohlt, Lübbe, Heyne – nur um ein paar zu nennen: Fehlanzeige!“

Angesichts der großen Lücken erinnert der AkS an die Entscheidung des letzten Branchenparlaments: „Diese eindeutige Haltung der Mitglieder des Branchenparlaments – in Richtung Libreka – ist ein starkes Signal, Einzelinteressen der Zukunft nicht in den Weg zu stellen“. Die Praxis sehe anders aus.

Finaler Appell: „Liebe Verlage, das unabhängige, inhabergeführte Sortiment stellt sich der Aufgabe, elektronische Bücher zu verkaufen. Wir haben ein brancheneigenes unabhängiges Instrument, das die Voraussetzung bringt, allen Beteiligten ihren Anteil an der Wertschöpfungskette zu garantieren. Wir müssen es nur nutzen. Stellen Sie Ihre E-Books bei Libreka ein und wir alle können sie verkaufen.“

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