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Montag, 02. Juni 2008 (12:20 Uhr)


Teil 9 der Serie über Web 2.0 in der Buchbranche

„Nutzer wollen an der Wertschöpfung teilhaben“

buchreport.de präsentiert in einer Serie die wichtigsten Web 2.0-Seiten und Experten der Branche. Teil 9: Ulrike Schwermann und Dirk Moldenhauer, Inhaber der Hamburger Agentur iRead Media, über ihr Communityportal hierschreibenwir.de, in dem jugendliche Autoren ihre Texte veröffentlichen können.


Was ist das Alleinstellungsmerkmal Ihres Portals
Hierschreibenwir ist im Moment die einzige Community für kreative Jugendliche, in der das gemeinsame Schreiben und Lesen im Mittelpunkt steht. Der klassische (anonyme) Schreibwettbewerb erlebt hier gewissermaßen seine interaktive Renaissance. Eine weitere Besonderheit: im Unterschied zu anderen unabhängigen Plattformen ist Hierschreibenwir von vornherein auf die Zusammenarbeit mit Buchverlagen ausgelegt, wovon beide Seiten - die „Autoren“ und die Verlage – profitieren. Den Beleg hierfür liefert „Alles Emma oder was“, das erste (bei Rowohlt erschienene) Jugendbuch, das in einem vorhergehenden Online-Schreibwettbewerb auf Hierschreibenwir gemeinsam von einer professionellen Autorin (Gerlis Zillgens) und Nachwuchstalenten geschrieben wurde.

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Seite?
Hierschreibenwir ist heute – an seinem einjährigen Geburtstag – auf dem besten Weg, im deutschsprachigen Raum die erste Adresse für Nachwuchsautoren und qualitativ hochwertige Mitschreibaktionen zu werden. Wir möchten unseren Nutzern ein modernes und zugleich sicheres Forum bieten, um ihre Kommunikation untereinander sowie mit „richtigen“ Autoren und deren Verlagen zu fördern. Auf diese Weise wird die zunehmend verlagsferne Kommunikation rund um Bücher oder sogar deren eigenständige Produktion an die Verlage zurückgebunden.

Werden Communitys wie Second-Life über- oder unterschätzt? Warum?
Second-Life als virtuelle Lebenswelt – nicht so sehr als Community - ist in der Tat überschätzt worden. Dennoch wird der Trend im Netz dahin gehen, dass die reale Welt und der interaktive Kosmos des WWW immer mehr zusammenwachsen. Darauf deuten nicht zuletzt die neuesten Studien zur Mediennutzung hin. Gerade unsere jugendliche Zielgruppe verbringt sehr viel Zeit an virtuellen Treffpunkten und nutzt alle sich bietenden Möglichkeiten zur Kommunikation, wobei interessante Parallelen zur Echtwelt entstehen. Bereits jetzt ist der Trend zur Ausdifferenzierung des virtuellen Raums in thematisch definierte Spezialcommunties zu beobachten. Dieser Prozess bietet den Verlagen die Chance, die Community-Landschaft über Angebote wie Hierschreibenwir aktiv mitzugestalten.

Welche neuen Schritte planen Sie im Web 2.0?
Nun: Hierschreibenwir ist ja schon zu 100% Web 2.0, sodass es da nicht mehr viel zu tun gibt. Wir werden aber alle technologischen Entwicklungen, die zu unserer Zielgruppe und unserem Grundanliegen passen, in die Plattform integrieren und diese damit immer attraktiver machen.

Wie verändert sich die Buchbranche/Ihr Geschäft durch das Web 2.0?
Die Buchbranche – vor allem die Verlage - müssen sich auf die für sie relevanten Möglichkeiten des Internets einstellen, um die eigentliche Wertschöpfungskette nicht unabhängigen Anbietern zu überlassen. Der Kern des Verlagsmodells: die Auswahl und Veredlung von Inhalten, hat gerade im Zeitalter des user generated content seine absolute Berechtigung (siehe z.B. die Integration von Gutachtern bei Wikipedia). Wahr ist aber auch, dass die Nutzer in ihrer Funktion als Produzenten und Konsumenten mehr und mehr Teilhabe an dieser Wertschöpfung einfordern. Diesem Trend muss bei der Vermarktung von Büchern Rechnung getragen werden.

Was kommt nach dem Web 2.0?
Mit derartigen Kategorien muss man grundsätzlich vorsichtig sein. Web 2.0 ist ja nichts anderes als ein fast idealtypischer Schnappschuss des dank neuer Technologien immer reifer werdenden Mediums Internet. Wenn man also wissen will, wie es weiter geht, muss man sich nur die Triebkräfte der bisherigen Entwicklung anschauen: typisch menschliche Neigungen zur Bequemlichkeit, zum Gedankenaustausch und natürlich zur Selbstdarstellung. Je mehr die Technik zulässt, desto mehr werden Echtwelt und Cyber Space verschmelzen.



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