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Donnerstag, 29. November 2012 (13:09 Uhr)


Amazon will Autoren mit mehr Geld zum E-Book-Verleih verlocken

Köder für den Kindle

Kurz vor Weihnachten will Amazon seine E-Book-Bibliothek noch einmal deutlich aufstocken: Der Onliner bietet Autoren, die ihre Titel kostenfrei anbieten, einen höheren finanziellen Ausgleich. Zwei neue Verlage ergänzen den Katalog.

Im Detail:

  • Zu Weihnachten wurden dem deutschen „Kindle Select Fund“ 1,1 Mio Euro zusätzlich hinzugefügt, meldet der Onliner.
  • Das Geld soll von Dezember bis Februar an die hauseigenen Autoren ausgeschüttet werden.
  • Regulär liegt der Betrag pro Monat bei rund 530.000 Euro. 

Hintergrund: Auf diese Weise will Amazon auch hierzulande weitere Autoren für seine E-Book-Bibliothek gewinnen. Über die Stiftung entschädigt der Onliner jene Autoren, die ihre Werke für den kostenfreien E-Book-Verleih zur Verfügung stellen. Die Autoren können ihre Titel im Rahmen von „KDP Select“ bis zu fünf Tage gratis anbieten, Zugriff auf die Bibliothek erhalten nur Premium-Kunden vom Amazon. 

Teilweise erhielten die Autoren dadurch sogar mehr Geld, als wenn sie ihre Titel verkaufen, heißt es von Amazon. Die Rechnung des Onliners: Im Oktober hätten deutsche Autoren 1,82 Euro für jedes ausgeliehene Buch erhalten und damit „mehr, als viele Kindle-Bücher pro Verkauf einbringen“ – bieten doch viele Autoren ihre Titel für 99 Cent an. 

Über kostenlosen Verleih in die Bestsellerliste rücken

Zudem verspricht Amazon den Autoren, dass der kostenlose Verleih eine effektive Marketingmaßnahme sei: Ein kostenloses E-Book ist schnell heruntergeladen. Je mehr Kunden die Bücher herunterladen, umso mehr schreiben Rezensionen und umso höher rücken die Titel im Bestsellerranking der kostenlosen Kindle-Titel. Durch diese geballte Aufmerksamkeit könnten sich die Titel dann auch anschließend besser verkaufen.

Weitere Wasserstandsmeldungen von Amazon: 

  • Bisher seien die für fünf Tage kostenfrei angebotenen Titel 200 Mio Mal bei Amazon heruntergeladen worden. Eine genaue Aufschlüsselung – wie viele Titel gekauft und wie viele kostenfrei heruntergeladen wurden – wird nicht bekannt gegeben.
  • 2012 seien insgesamt 129 „KDP Select“-Bücher in die Top-100-Kindle-Bestsellerliste auf amazon.de aufgestiegen.
  • Seit dem Launch der Kindle Leihbücherei im Oktober 2012 hätten die Autoren mehr als 1500 deutschsprachige Bücher für den Verleih bereitgestellt. 
  • Insgesamt stünden in den Regalen der Bücherei mehr als 200.000 Bücher, davon 10.000 deutschsprachige Titel.

Auch deutsche Verlage stellen E-Books zum Verleih zur Verfügung

Das Gros der Titel in der Amazon-Bibliothek stammt aus dem hauseigenen Selfpublishing-Programm und aus dem auf Übersetzungen internationaler Literatur spezialisierten Verlagsimprint des Onliners, AmazonCrossing

Doch bieten auch Verlage ihre E-Books für den Verleih an: Neben dtv und Bastei Lübbe (seit dem Start dabei) haben inzwischen auch Gmeiner und Carl Hanser einzelne E-Books in die Regale der Amazon-Bibliothek gestellt.

Die Vergütung sei zwar „deutlich unter dem Verkaufserlös“, heißt es von Verlagsseite. Die Verlage hoffen aber auf Marketingeffekte und wollen die Leser über das Kostenlos-Angebot animieren, ähnliche Folgetitel zu kaufen. 



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