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Montag, 30. März 2009 (12:12 Uhr)


Erste Bilanz der E-Book-Offensiven

E-Book-Bestseller mit Format gesucht

Kaum sind die letzten Lichter des PR-Feuerwerks der E-Book-Apologeten rund um die Leipziger Buchmesse erloschen, ziehen die großen E-Anbieter auf Anfrage von buchreport eine erste Bilanz zum Start des Sony Reader. Tenor: Die Anbieter sind – teilweise verhalten – zufrieden, beim Pricing muss jedoch noch Überzeugungsarbeit beim Kunden geleistet werden.

Zufrieden mit der Nachfrage der Kunden

  • „Wir sind mit den ersten Tagen überaus zufrieden. Der Verkauf liegt in allen unseren Buchhandlungen deutlich über unseren Erwartungen“, lautet die Bilanz von Michael Wetzel, Geschäftsführer in der Thalia Service GmbH. Dies gelte sowohl für den Verkauf der Lesegeräte als auch die Anzahl der Downloads. Erstaunlich sei beim Vertrieb der Hardware, dass es keine signifikanten Unterschiede zwischen kleinen und Großstädten oder Ost und West gebe.
  • Auch Per Dalheimer, Chef der Libri.de Internet GmbH, richtet den Daumen nach oben: „Die Bilanz ist sehr positiv, wir haben mehr Geräte unter libri.de und in allen Internetshops unserer Partner verkauft als ursprünglich geplant.“
  • Unisono meldet Andrea Weiß, Projektleiterin E-Book bei der Mayerschen Buchhandlung, die Erwartungen seien erfüllt worden.
  • buch.de aus Münster (eine 35%ige Tochter der zur Douglas Holding gehörenden Thalia Holding) hat nach einem kurzfristig sehr starken Anstieg rund um den Starttermin des Sony Reader (mit verdoppelten Download-Zahlen) und einer anschließenden Woche mit gleichbleibend hoher Nachfrage zuletzt ein rückläufiges Interesse registriert, allerdings sei es für eine erste Bilanz noch zu früh; die bisherige Entwicklung sage noch nichts über ein tatsächlich gestiegenes Interesse der Kunden am Gerät bzw. an den E-Books aus.

Kunden monieren zu hohe Preise

Auf die Frage nach den Hürden beim E-Vertrieb und Erfahrungen im Gespräch mit Kunden nennen die Buchhändler folgende Punkte:

  • Pricing: Bei libri.de sei deutlich zu spüren, dass Kunden den Hardcoverpreis für ein E-Book nicht zahlen wollten, sondern maximal einen um 20% reduzierten Preis; bei Heymann in Hamburg sei der hohe Preis des Sony-Lesegeräts (299 Euro) von Kunden moniert worden.
  • Titelzahl: Thalia-Servicechef Wetzel berichtet, dass die Kunden vor allem nach der Verfügbarkeit bestimmter Titel als E-Book fragten. „Da wir aus Überzeugung nur E-Books im Epub-Format anbieten, ist es jetzt von besonderer Bedeutung, dass die Verlage ihre Bestseller und wichtigsten Bücher sehr schnell in diesem Format zur Verfügung stellen“, mahnt Wetzel.

Bestseller ähnlich wie Print

Der Blick auf die Bestseller unter den digitalen Büchern zeigt nach Einschätzung der Buchhändler weitestgehende Analogien zu den Top-Titeln der „Spiegel“-Bestsellerliste. Bei buch.de liegen außerdem besonders Titel aus den Bereichen Erotik und Krimi sowie klassischerweise Fachbücher ganz vorn im Ranking der meistgeladenen Bücher.

aus: buchreport.express 13/2009, Foto: Sony



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