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Online
Donnerstag, 12. Mai 2011 (11:23 Uhr)


Gewerkschaft kritisiert Arbeitsbedingungen bei Amazon

Leiden an der Logistik

Amazon schafft Jobs. Der Online-Händler heimst viel öffentliches Lob für die Ankündigung ein, in neuen Logistikzentren im rheinischen Rheinberg und im bayerischen Graben jeweils „bis zu 1000 langfristige Arbeitsplätze innerhalb der nächsten drei Jahre zu bieten“. Das hehre Bild trübt allerdings harsche Kritik der Gewerkschaft Verdi an den Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren Werne und Leipzig (Foto: Wareneingang, Copyright: Amazon). Vor allem in Leipzig seien „die Zustände skandalös“, erklärt Verdi-Sekretär Thomas Schneider gegenüber buchreport.

In den Logistikzentren leisteten die Mitarbeiter „harte Arbeit unter hohem Druck“, beklagt Schneider. Anders als bei vergleichbaren Unternehmen seien sogar persönliche Gespräche untereinander unter Androhung von Abmahnungen untersagt. Andererseits würden die Mitarbeiter in „Kritikgesprächen“ oft wegen angeblich schwacher Leistungen unter Druck gesetzt.

„Die Flexibilität und Schnelligkeit bei der Kundenbelieferung wird vor allem auf Kosten der Beschäftigten hergestellt“, schimpft der Gewerkschafter. So würden in Zeiten mit geringem Arbeitsaufkommen Schichten abgebrochen, ohne Rücksicht auf Arbeitnehmer, die bis zu 60 km Anfahrtsweg zur Arbeit haben. Umgekehrt werde in Stoßzeiten, vor allem vor Weihnachten und Ostern, häufig Sonntagsarbeit angeordnet.

Besonders ärgerlich sei vor diesem Hintergrund vor allem das Lohnniveau im Logistikzentrum Leipzig: Gerade mal 7,76 Euro pro Stunde verdienten Mitarbeiter dort im ersten Jahr, nach dessen Ablauf auch nur 8,65 Euro.

„Konkurrenzfähig und leistungsbezogen“

Für Amazon widerspricht der für die Logistikzentren zuständige Regional Director Armin Cossmann: „Unsere Mitarbeiter werden mit Respekt behandelt.“ Der Online-Händler zahle „konkurrenzfähige und leistungsbezogene Gehälter“, die sich aus festen Stundenlöhnen und Boni zusammensetzen.

Durch das Schichtmodell bei Amazon würden Mitarbeiter mit langen Anfahrtswegen bei der Bildung von Fahrgemeinschaften unterstützt. Und grundsätzlich pflege das Unternehmen eine „aktive Kommunikation“ durch Mitarbeiterforen und Informationsveranstaltungen. „Selbstverständlich ist auch die Kommunikation unter Mitarbeitern selbst ein integraler Bestandteil des Arbeitsalltags bei Amazon“, versichert Cossmann.



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