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Freitag, 19. Oktober 2012 (10:33 Uhr)


Humble Bundle lässt die Leser den E-Book-Preis bestimmen

E-Books zum Wunschpreis

Auch ohne Kopierschutz und hohe Preise kann man mit E-Books Geld verdienen, erklären Autoren. Sie lassen die Leser deshalb über die Internetseite „Humble Bundle den Preis eines E-Book-Pakets selbst bestimmen. Offenbar mit Erfolg. 

Bisher wurden bei der US-Plattform „Humble Bundle“ nur Games und Musik zum Wunschpreis verkauft, jetzt bieten die Betreiber erstmals ein E-Book-Paket an:

  • Im Bundle enthalten sind 13 englischsprachige Werke von Science-Fiction- und Fantasy-Autoren. 
  • Das Risiko für die Autoren ist relativ gering: Die Aktion ist auf zwei Wochen befristet. Die Einnahmen bei „Humble Bundle“ sind für sie ein Bonus und eine Marketingmaßnahme, da ihre Bücher bereits bei verschiedenen Verlagen erschienen sind. 
  • Nutzer können einen beliebigen Betrag wählen und per PayPal, Amazon oder Google Wallet bezahlen. Sie bestimmen auch, wie die Einnahmen aufgeteilt werden soll: Über einen Schieberegler lässt sich der Betrag zwischen den Autoren, den Betreibern der Plattform und gemeinnützigen Organisationen verteilen. 
  • Durchschnittlich 13 Dollar haben die Nutzer bisher für das E-Book-Paket ausgegeben, rund 958.602 Dollar wurden durch knapp 70.000 Nutzer bereits eingenommen. Die Preise schwanken extrem: Ein Nutzer hat bereits 1.200 Dollar ausgegeben. 
  • Wer mehr als den Durchschnittspreis bezahlt, bekommt zwei weitere E-Books dazu. 
  • Die E-Books sind nicht kopiergeschützt und in verschiedenen Formaten (Pdf, Mobi, Epub) erhältlich.

In einem Youtube-Video betont Autor Cory Doctorow, dessen E-Book „Pirate Cinema“ Teil des Pakets ist, was er mit dem Projekt zeigen will:

„In der Verlagswelt heißt es, dass man ohne Kopierschutz und ohne hohe Preise Geld verdienen lässt. Wir können zeigen, dass das nicht der Fall ist“, so Doctorow.

Auch Berlin Story wollte die Leser den Preis bestimmen lassen

In Deutschland hat der Berlin Story Verlag ein ähnliches Experiment gestartet. Einen Monat lang sollten Kunden das E-Book „Der Letzte macht das Licht aus“ von Klaus Behling herunterladen und den Preis selbst bestimmen können. Doch die Preisbindungstreuhänder haben den Verlag darauf hingewiesen, dass die Aktion gegen das Buchpreisbindungsgesetz verstößt. Per Gesetz sei eindeutig geregelt, dass der Verleger es nicht Dritten überlassen könne, den Preis zu bestimmen.

Das Fazit des Verlagsgeschäftsführers Enno Lenze, der das Experiment daraufhin abbrechen musste: „Dass man das Produkt ,Buch' weiterdenken muss, ist keine Frage und ein Blick über den Tellerrand der Buchbranche zeigt einem, dass Flatrate-Modelle für Kulturgüter irgendwann die Lösung sein werden“.



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