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Montag, 13. August 2012 (14:46 Uhr)


Umstrittene iTunes-Gutscheinkarten

Preisbindungstreuhänder mahnt Apple ab

Die Auseinandersetzung um Rabatte beim Kauf von E-Books gewinnt an Schärfe. Der Preisbindungstreuhänder hat Apple wegen der iTunes-Gutscheinkarten, mit denen digitale Bücher günstiger eingekauft werden können, abgemahnt.

Auf Anfrage von buchreport.de erklärt die Kanzlei Fuhr­mann-Wallensfels, die Abmahnung sei am vergangenen Freitag an den Elektronik- und Medien-Anbieter verschickt worden. Die Frist, um auf die Abmahnung zu reagieren, laufe für Apple am morgigen Dienstag, 14 Uhr, ab. Vorausgegangen seien Gespräche zwischen Preisbindungstreuhänder Christian Russ und dem Unternehmen, die allerdings nicht gefruchtet hätten.

Apple wollte den Fall gegenüber buchreport.de nicht kommentieren.

buchreport.de hatte den Preisbindungstreuhänder vor Wochen auf die Gutschein-Karten aufmerksam gemacht, die immer wieder im Einzelhandel mit Rabatt angeboten werden – am vergangenen Freitag bot z.B. die Drogerie Müller die 50-Euro-Karte für 40 Euro an. Dies verstößt nach Einschätzung von Russ gegen die Buchpreisbindung, da mit den Karten auch digitale Bücher günstiger eingekauft werden können. Hier mehr zum Thema.

„Größte Gefahr für die Preisbindung“

Die Preisbindungstreuhänder hatten in ihren Arbeitsberichten zuletzt Gutscheinsysteme grundsätzlich als derzeit größte Gefahr für die Preisbindung bezeichnet. Im April 2011 erklärte Dieter Wallenfels im Verleger-Ausschuss des Börsenvereins: „Wenn nichts geschieht, sehe ich schwarz für die Preisbindung.“ 

Im Interview im buchreport.magazin 7/2012 wiederholte Wallenfels seine Befürchtungen: „Die Gutscheinproblematik ist ein gutes Beispiel dafür, dass man den Anfängen wehren muss, denn sowohl wir als auch der Börsenverein haben diese Problematik zunächst unterschätzt. Das volle Ausmaß der Gefahr haben wir erst mit der massenhaften Ausbreitung dieser Modelle im Markt erkannt.“ Mehrere Prozesse gegen Buchgutscheinmodelle würden vermutlich in ein höchstrichterliches Urteil des Bundesgerichtshofs zu diesem Thema münden.

Die Streitigkeiten konzentrierten sich zuletzt besonders auf die Saturn-Tochter Redcoon.



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