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Dienstag, 05. Juni 2012 (13:41 Uhr)


Agency-Klage: US-Autorenverband feuert gegen Regierung

„Das Settlement ist sinnlos“

Bei einem Überraschungsauftritt auf der E-Book-Konferenz der IDPF in New York hat Paul Aiken, der Chef des US-Autorenverbands, eine Breitseite gegen das US-Justizministerium und Amazon abgefeuert. Und die Branche aufgerufen, gegen das Settlement vorzugehen, das die US-Regierung mit mehreren Großverlagen im Agency-Streit abgeschlossen hat.

Aikens „J'accuse“ stand am Montag ursprünglich nicht auf dem Programm der „Digital World“-Konferenz der IDPF im Javits Center in New York – umso heftiger Schlug Aikens Appell, gemeinsam gegen die US-Regierung vorzugehen, in der riesigen Special Events Hall ein. 

Die Argumente von Aiken zur Verteidigung des Agency-Modells sind bekannt: 

  • Amazon habe Ende 2009, vor der Einführung, 90% des E-Book-Marktes beherrscht. Erfolgsrezept: E-Books weit unter den Preisvorstellungen der Verlage verkaufen.
  • Viele traditionelle Buchhändler hätten ihre Geschäfte geschlossen oder sich verkleinert – Borders sei schon in die Knie gegangen.
  • Barnes & Noble habe seinerzeit den „Nook“ an den Start geschoben, ohne sich große Hoffnungen machen zu können, erfolgreich zu sein – mangels Kapital, um im Preiskampf gegen Amazon bestehen zu können.
  • Nach der Einführung des Agency-Modells durch Apple sei ein richtiger Wettbewerb entstanden. Amazons Marktanteil sei in zwei Jahren von 90 auf 60% gesunken.
  • B&N sei der Überraschungssieger gewesen, mit einem E-Book-Marktanteil von 20%.

Der von der US-Regierung ausgearbeitete Vergleich mit drei großen Verlagen hebele den entstandenen Wettbewerb aus, meint Aiken. Begründung: Die Auflage der Regierung, dass Amazon und andere Onliner E-Books unter Preis verkaufen dürften, solange sie nicht binnen zwölf Monaten mit der gesamten Titel-Liste des jeweiligen Verlags Verluste  machten, sei sinnlos. Amazon interessiere sich ohnehin nur für ein paar Prozent der Bestseller-Titel und werde bei den Titeln, die Kunden auch in den Buchhandel führten, Verluste einkalkulieren. Um sich mit weniger populären und Backlist-Titeln das Geld zurückzuholen.

Fazit von Aiken: „Das US-Justizministerium duldet die destruktive, wettbewerbsfeindliche Kampagne eines Firmengiganten, der Milliarden an Cash besitzt und dessen Ambitionen grenzenlos sind.“ Und: „Wir möchten einen Buchmarkt, der blüht und nicht nur überlebt.

Hier ein Videoausschnitt von Aikens Auftritt:



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