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Dienstag, 22. März 2011 (08:36 Uhr)


Spekulationen über Razzia in französischen Verlagen

Einschüchterung à la EU

Drei Wochen nach einer Großrazzia der EU-Kommission bei französischen E-Book-Verlagen herrscht Rätselraten über die Gründe. Als mögliche Hintergründe gelten der Streit in Frankreich um eine grenzüberschreitende Preisbindung für E-Books und die Diskussion über das Agency-Modell.

In einer Mitteilung hatte die EU-Kommission die Durchsuchungen mit dem „Verdacht auf Verstöße gegen die Anti-Kartell-Bestimmungen“ gerechtfertigt. Generalsekretär Jens Bammel von der International Publishers Association hält diese Erklärung für vorgeschoben. „Die Buchbranche ist nicht die Zementindustrie. Preisabsprachen würden keinen Sinn machen.“ Auch die Ausbreitung des Agency-Modells rechtfertige den Verdacht nicht: „Die Verlage wollen ihr Geschäftsmodell in die digitale Zukunft retten. Da muss man keine Verschwörung vermuten, sondern kann es mit Überlebenswillen und kaufmännischem Kalkül erklären“, meint Bammel.

Außerdem: Obwohl das Agency-Modell zuletzt vor allem in Großbritannien für Auseinandersetzungen sorgte, waren nur französische Verlage von der Razzia betroffen. Sie könnte also auch als Drohgebärde im aktuellen politischen Streit um eine grenzüberschreitende Preisbindung für E-Books (buchreport berichtete) zu sehen sein.

Der EU-Kommission dürfte es allerdings auch um weit mehr gehen als um E-Books. Ein Horrorszenario wäre aus ihrer Sicht, dass sich das Agency-Modell auch bei anderen digitalen Inhalten wie Musik und Filmen durchsetzt. Am Ende dieser Entwicklung wäre dann der Preiswettbewerb auf dem gesamten zukunftsträchtigen Download-Markt ausgeschaltet.



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