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Freitag, 03. Februar 2012 (10:32 Uhr)


Social-Media-Berater Leander Wattig über den Virenschleuderpreis

„Die Branche braucht mehr spontane Aktionen“

Der „Virenschleuderpreis“ für erfolgreiches Marketing im Social Web geht in die zweite Runde – mit erweitertem Konzept: Die Frankfurter Buchmesse ist mit an Bord, die Tore werden auch für branchenfremde Unternehmen geöffnet. Idee und Perspektiven erläutert Leander Wattig (Foto) im Interview mit buchreport.de. Er hat den Preis gemeinsam mit Carsten Raimann 2011 ins Leben gerufen.

Das Zwei-Mann-Projekt dockt an die große Frankfurter Buchmesse an. Wird die Virenschleuder jetzt zur Epidemie?

Wir arbeiten daran.

Der Virenschleuderpreis richtet sich ab 2012 auch an Firmen anderer Branchen. Ist die Buchbranche nicht kreativ genug?

Niemand ist allein kreativ genug. Kreativität lebt vom Austausch mit anderen und dem freien Fluss der Ideen. Von daher ist es nur konsequent, dass nun Unternehmen aller Kreativbranchen ihre Marketing-Aktivitäten im Social Web für den Virenschleuder-Preis nominieren können. 

Der Dialog der Branchen klappt in Frankfurt bisher mittelprächtig – die Buchbranche scheint nicht sehr offen zu sein.  Was tun?

Wenn ich beispielsweise in der Web-Szene unterwegs bin, merke ich oft, dass die Buchbranche noch immer als recht abgeschlossen wahrgenommen wird. Das bricht aber auf und wir arbeiten ja kräftig daran mit. Mir ist da überhaupt nicht bange. Ich nehme auf allen Ebenen ein wachsendes Interesse am Buchmarkt wahr. Das kommt nicht zuletzt daher, dass immer mehr Journalisten und Blogger beginnen, eigene Buch-Projekte zu starten, um sich noch bekannter zu machen und um neue Erlösquellen zu erschließen. Der Austausch über die Branchengrenzen hinweg nimmt also gerade erst richtig Fahrt auf. 

Stichwort Dialog: Um den zu befördern, haben wir den Preis ja gerade so gestaltet, dass am Ende nicht einfach nur ein Sieger gekürt wird, sondern dass alle Nominierungen sogleich auf www.virenschleuderpreis.de veröffentlicht werden, damit die Leute sich darüber austauschen und sich inspirieren lassen können.

Von welchen Branchen können Verlage und Buchhandlungen beim Social Media Marketing viel lernen?

Viel lernen können wir von den Zielgruppen bzw. den „Communities“ selbst. Wer weiß, wie die Leute ticken, wie sie kommunizieren und was sie interessiert, der hat allerbeste Chancen, diese Leute auch zu erreichen und einzubinden. In allen Branchen gibt es solche Unternehmen, die ihr Ohr besonders nah am Markt haben und sogar Teil der jeweiligen Communities sind. Diese Unternehmen sind dann in der Regel auch beim Social Media Marketing überdurchschnittlich erfolgreich.

Die drei Top-Erfolgskriterien für Social Media Marketing?

  1. Klare und messbare Ziele
  2. eine intelligente Strategie und Umsetzung sowie 
  3. eine fortlaufende Erfolgsmessung und Optimierung

oder anders herum:

  1. Relevante Inhalte, 
  2. Austausch- und Mitgestaltungsmöglichkeiten sowie 
  3. Gehört-Werden und Anerkennung

Rückblick: Was ist 2011 schief gelaufen?

Wir sind 2011 ganz spontan - quasi aus einer Laune heraus - gestartet. Nachdem wir zum x-ten Mal gelesen hatten, dass der BuchMarkt-AWARD der  „einzige Preis der Branche für Marketingkommunikation“ sei, dachten wir uns, dass das doch eigentlich eine Marktlücke sein müsste. Angesichts der Spontaneität war aber natürlich auch nicht alles perfekt geplant, was ich  persönlich aber gut fand, weil das im Zweifel zu dem sehr lebendigen und lockeren Austausch beigetragen hat. Ich denke eher, dass der Branche noch mehr so spontane Aktionen gut täten.

Was hat besonders gut geklappt?

Gefreut haben wir uns über die große und positive Resonanz. In nur sechs  Wochen Laufzeit haben wir über 60 Nominierungen erhalten. Die kamen von Verlagen wie Ullstein, Rowohlt, Hanser, Antje Kunstmann, Bastei Lübbe, DuMont und Aufbau. Weiterhin haben Buchhandelsunternehmen wie Thalia, Audible, Zeilenreich, Buecher.de und Schulthess sowie andere Marktteilnehmer wie „Das Blaue Sofa“ und die BücherFrauen mitgemacht. Am Ende rief mich sogar der ORF an, der dann einen kleinen Beitrag über unseren Preis im österreichischen Fernsehen ausstrahlte.

Wo steht der Preis in fünf Jahren?

Gute Frage. So weit in die Zukunft schauen wir gar nicht. Uns interessiert derzeit nur das Ziel, dass alle Beteiligten auch 2012 wieder viel Spaß an der Aktion und auf der diesmal auch größeren Preisverleihung haben, sich untereinander austauschen und eine Menge lernen. Wir freuen uns daher sehr über Nominierungen aus allen Kreativbranchen - je mehr mitmachen, desto lebendiger wird das Ganze, sodass wir alle davon profitieren: virenschleuderpreis.de.

Die Fragen stellte Daniel Lenz.



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