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Dienstag, 24. Mai 2011 (09:45 Uhr)


Perspektiven der Buchbranche aus Sicht der Hochschulen

Konzeption von Geschäftsmodellen

Nicht nur Branchenunternehmen und ihre Mitarbeiter sind von der fortschreitenden Digitalisierung betroffen. Auch die Hochschulinstitute, die das Buch im Schild führen, beackern Themenfelder, die weniger Gewissheiten als in früheren Zeiten enthalten. Wie sie den aktuellen Herausforderungen der Branche begegnen, erläutern Lehrende ab sofort in einer neuen buchreport-Serie.

Heute bewertet Prof. Dr. Christine Haug (Foto) von der Uni München die Perspektiven der Branche.

Die größten Herausforderungen für die Branche?

Zu den größten Herausforderungen zählen aus meiner Sicht insbesondere die Entwicklung der neuen Medien/digitales Publizieren (Digitalisierung, Zukunftskonzepte insbesondere für Wissenschaftsverlage) und damit einhergehend Urheberrechtsfragen, Buchpreisbindung und sinnvolle Geschäftsmodelle für E-Books.

Eine weitere Herausforderung stellt der Konzentrationsprozess in der Branche dar (Herausbildung von Nischenverlagen/Nischenprodukten, Reaktion des Zwischenbuchhandels etc.).

Fokussiert auf den Kinder- und Jugendbuchmarkt: Kinder- und Jugendbuchverlage müssen ebenfalls auf die neuen Medien reagieren (Entwicklung von digitalen Zusatzangebote etc.) und es gilt, das Marktphänomen der All-Age-Literatur genauer zu untersuchen (Vermarktungsstrategien, Zielgruppenanalyse etc.).

Mit welchen Ansätzen begleiten Sie die Entwicklung?

  • Ausrichtung von wissenschaftlichen Arbeitsgesprächen und Tagungen (u.a. in Verbindung mit der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft) zu Themen wie beispielsweise „Digitale Bibliotheken“ (Oktober 2010), „Urheberrecht und Digitalisierung“ (geplant für 2013).
  • Projektbezogene und anwendungsorientierte (studentische) Workshops, bspw. Konzeption von Geschäftsmodellen und Vermarktungsstrategien für neue Medien, Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Verlage.
  • Vergabe von Abschlussarbeiten, die in unmittelbarer Zusammenarbeit mit Verlagen entstehen (bspw. Mitbetreuung von Abschlussarbeiten seitens Random House, Internetbuchhandlungen, etc.).
  • Mitwirkung an einschlägigen Drittmittelprojektanträgen (Graduiertenkollegs etc.)

Wie schlägt sich das im Lehrangebot nieder?

Die Münchner Buchwissenschaft reagiert auf diese Herausforderungen durch ein vielfältiges Angebot von einschlägigen Kursen, hier insbesondere berufspraktische Kurse, die in München von bis zu 60 Dozentinnen und Dozenten aus der Verlagsbranche gehalten werden. Der Themenbereich „Neue Medien/ Digitalisierung und Geschäftsmodelle“ nimmt in der Münchner Buchwissenschaft etwa ein Drittel des gesamten Kursangebots ein und wird hinsichtlich der zu behandelnden Fragestellungen stets aktualisiert. Über unsere Dozenten werden neue Entwicklungen auf dem Buchmarkt unmittelbar in das Seminarangebot überführt. Die Buchwissenschaft arbeitet in diesem Kontext eng mit Prof. Dr. Thomas Hess, Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik/Neue Medien an der Betriebswirtschaftlichen Fakultät der LMU München zusammen.

Die Buchbranche sieht sich zwei großen Herausforderungen gegenüber: Der fortschreitende Konzentrations-prozess und die expansive Entwicklung neuer Medien. Der Strukturwandel wirkt sich auf alle Berufsbilder der Buchbranche aus, so dass die Hochschulen mit dem Angebot Buchwissenschaft gefordert sind, ihre Studierenden entsprechend auszubilden. Ein enger Austausch mit der Branche ist daher unverzichtbar und in München allein wegen der hohen Lehrbeteiligung von Dozenten aus der Verlagspraxis zu bewerkstelligen.

Der Bachelorstudiengang Buchwissenschaft bildet für alle Beschäftigungsfelder der Buchhandels- und Verlagsbranche aus (Herstellung, Marketing, Vertrieb, Lektorat, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit usw.). Die Münchner Buchwissenschaft sieht ihre Aufgabe in der geschickten Verflechtung wissenschaftlicher und praxisorientierter Fragestellungen hauptsächlich die Herausforderungen/ Entwicklungen des Gegenwartsbuchmarkts betreffend. Durch die starke Einbindung von Dozenten aus der Verlagsbranche wird das Seminarangebot ständig aktualisiert, Fragestellungen profiliert und in dozentengeleiteten Kursen werden Geschäftsmodelle erarbeitet und erprobt.

Alle Artikel der Serie:

Aus: buchreport.magazin 5/2011

 

 



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