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Mittwoch, 07. Mai 2008 (13:15 Uhr)


Teil 1 der Serie über Web 2.0 in der Buchbranche

Auf der Suche nach unentdeckten Leseschätzen

Der Wandel der Verlage unter dem Einfluss des Internets und der digitalen Medien ist inzwischen ein zentrales Thema der Branche. Sowohl Fach- als auch Publikumsverlage und Buchhandlungen entdecken die Vorzüge des Mitmach-Web 2.0 und starten Communities und Blogs. buchreport.de stellt die Köpfe hinter den wichtigsten Web 2.0-Seiten der Branche in einer Serie vor. Den Anfang macht Bernd Sommerfeld, Leiter der EDV-Abteilung bei Lehmanns in Berlin und einer der Pioniere der Branchen-Blogger: blog.lob.de

Was ist das Alleinstellungsmerkmal Ihres Portals?
Sommerfeld: 2004 war ich vom Buchmessenbesuch so enttäuscht, dass ich in meinem ersten privaten Weblog über die Neuerscheinungen schreiben musste. Nach drei Beiträgen war mein Frust weg. Aber die Erfahrung mit dem neuen Medium ließ mich nicht ruhen, und so begann ich bei Lehmanns Bücher vorzustellen, Romane und EDV-Bücher, die es wert sind, gelesen zu werden. Und die Leser haben die Möglichkeit, alles gleich per LOB-Warenkorb portofrei auf Rechnung zu bestellen.

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Seite?
Sie ermöglicht mir (und meiner Mit-Bloggerin), spontan ein wichtiges Buch vorzustellen. Heute z.B. habe ich mir einige Comics angeschaut und darüber geschrieben. Bestsellerlisten sind dabei nicht mein Ding. Spannend finde ich die unentdeckten Leseschätze. Vor einigen Wochen hatte ich mit einigem Erfolg den Züricher Bilgerverlag vorgestellt. Das ist ein schönes Gefühl, wenn ich dann die dadurch erhaltenen Bestellungen erhalte. Inzwischen schreibe ich auch Magazinbeiträge für junge, schnellwachsende Commutities wie Kwick mit 1,5 Millionen Profilen. Der Name stammt übrigens von dem Supermarkt bei den Simpsons.

Werden Communitys wie Second-Life über- oder unterschätzt?
Bei Second Life war die technische Hürde für viele einfach zu hoch. Einige Firmen hatten sich schnellen Profit ausgerechnet. Aber so ging das nicht. Den Nutzern war das schnurz. Die haben sich fröhlich vermehrt. Mein Bericht dazu: „Das Spiel geht weiter - die Zukunft von Second Life“ kann man hier nachlesen. Online-Nutzer treffen in erster Linie Offline-Bekannte, die Plattformen aber wechseln wie die Moden: heute SL, morgen Twitter. Wir besuchen Barcamps, gehen zu Blogger-Treffen, Webmontagen, lesen und schreiben täglich selbst in Blogs. Welche Plattform morgen erfolgreich sein wird, weiß wohl keiner...

Welche neuen Schritte planen Sie im Web 2.0?
Web 2.0 ist eher Sammelbegriff von Dale Dougherty für neue Technologien im Web. Ich fürchte, der Durchschnittsnutzer will weder Blogs noch Minigames. Aber ich sehe die Position der klassischen Medien bedroht. Immer mehr Verleger reagieren – und sind dabei erfolgreich. So z.B. Brandeins: 66.000 Leser diskutieren auf XING. Neue Möglichkeiten des Web 2.0 sind die gewinnbringende Vermarktung von Nischenprodukten. Das kann man beim Handel mit „gebrauchten Büchern“ im Web wunderbar verfolgen.

Wie verändert sich die Buchbranche durch das Web 2.0?
Suchmaschinen sind die Tore zur modernen und zukünftigen Informationsgesellschaft. Wir können nicht zurück vor die Zeit der Digitalisierung und müssen den Kunden dort abholen, wo er sich immer häufiger aufhält...

Was kommt nach dem Web 2.0?
Ich vermute das Web 3.0 :-)

 

Lesen Sie auch das nachfolgend verlinkte Interview mit dem Unternehmensberater Ehrhardt F. Heinold über die Position der Verlage im Web 2.0: „Aus der Einbahnstraße wird ein Verkehrsnetz“



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