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Montag, 07. November 2011 (13:24 Uhr)


PaperC setzt zum Jahreswechsel auf ein Flatrate-Modell

„Wende um 180 Grad“

Auf der Suche nach einem tragfähigen Geschäftsmodell vollzieht das Vorzeige-Start-up der Buchbranche, PaperC, jetzt eine, so Mitgründer Martin Fröhlich, (Fotomontage: re., neben den Mitgründern Felix Hofmann, Mitte, und Lukas Rieder, li.) „180-Grad-Wende“: Statt auf eine kostenlose Online-Lektüre setzen die Gründer zum Jahreswechsel auf ein Flatrate-Modell mit monatlicher Pauschale.

Die Details:

  • Flatrate-Modell: Die Nutzer bezahlen eine monatliche Gebühr und erhalten dafür freien Zugang zu dem gesamten Buchbestand aller Verlage, die sich an der Flatrate von PaperC beteiligen (insgesamt hat PaperC derzeit 90 Verlagspartner). Gegen die Buchpreisbindung werde nicht verstoßen, weil die Flatrate eine zeitlich limitierte Nutzung der Inhalte erlaube und damit unter das Mietrecht falle, so Fröhlich.
  • Zielgruppe: Das neue Angebot richtet sich zunächst in erster Linie an IT-Studenten. Hintergrund laut Fröhlich: Um am Markt erfolgreich zu sein, müssten a) die Formate stimmen, b) entsprechende Endgeräte vorhanden und c) die Nutzerbereitschaft gegeben sein. Im IT-Bereich seien all diese Faktoren gegeben, weshalb IT-Fachbücher für eine Markteinführung besonders geeignet seien. „Außerdem verfügen wir im Bereich IT über das umfassendste Portfolio und können unseren Nutzern hier bereits jetzt das sinnvollste Angebot in der Testversion machen.“
  • Kosten: Der Preis für die Nutzer wurde noch nicht festgelegt, soll sich aber für Studierende zwischen 10 und 20 Euro im Monat bewegen. Das Pricing für Professionals soll auf Erfahrungswerten basierend später erfolgen.
  • Lizenzierung: Die Vergütung der Verlage soll unabhängig vom monatlichen Pauschalbetrag erfolgen, für PaperC ein riskanter Schritt. Fröhlich: „Wenn ein Nutzer im Rahmen des Flatrate-Modells 10% des Buches gelesen hat, bekommt der jeweilige Verlag auch 10% des E-Book-Preises von uns. PaperC macht also Verluste, wenn der Flatrate-Preis zu niedrig angesetzt war. Die Verlage haben ihren Umsatz sicher und bestimmen sowohl den Preis für einzelne Kapitel, als auch den E-Book-Preis.“
  • Markt: Auch wenn PaperC über die weltweiten Rechte verfügt, soll die Flatrate zunächst nur in Deutschland, Österreich und in der Schweiz angeboten werden. Ist das Modell erfolgreich, kann es auch auf andere Länder ausgeweitet werden.
  • Zeitplan: Das Flatrate-Modell für IT-Interessierte wird beginnend in den nächsten Tagen in einer Closed-Beta-Phase getestet, zum Jahreswechsel soll die Flatrate für alle Nutzer geöffnet werden. Im Laufe des nächsten Jahres sollen nach und nach alle auch andere Sachthemen (Wirtschaft, Rechtswissenschaft, Natur-und Geisteswissenschaften) in die Flatrate aufgenommen werden. 
  • Mobile Lektüre: PaperC hat eine Reader-App entwickelt (Screenshot), mit der die E-Books auch auf mobilen Geräten gelesen werden können, die App ist erhältlich für Apple iOS, (iPhone und iPad) und für Android-Geräte.

Im Gespräch mit buchreport.de umschreibt Mitgründer Martin Fröhlich die Hintergründe wie folgt: „Als Vorreiter im Buchmarkt haben wir mit vielen Kinderkrankheiten zu kämpfen, weil es adäquater Präzedenzfälle ermangelt. Offenbar war unser bisheriges Micropayment-Modell (kostenlose, aber zeitlich limitierte Online-Lektüre, Bücher seitenweise, kapitelweise oder ganz erwerblich) zu komplex für die Nutzer.“

Künftig sei PaperC nicht nur finanziell, sondern auch personell besser aufgestellt: Das Team wurde von vier Mitarbeitern auf acht verdoppelt: Die Programmierabteilung und die internationale Verlagsakquise wurde verstärkt, Katja Splichal für Social Media Marketing und Öffentlichkeitsarbeit und Axel Schmiegelow als Executive Chairman gewonnen.



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