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Donnerstag, 26. Mai 2011 (12:34 Uhr)


Nina Kreutzfeldt über aktuelle Entwicklungen auf dem E-Book-Markt

Plädoyer für offene Systeme

In Kürze will der kanadische E-Book-Anbieter Kobo den deutschen E-Book-Markt von hinten aufrollen: Der deutsche Launch steht offenbar kurz bevor, das kürzlich aufgestockte Personal steht in den Startlöchern. Im Gespräch mit buchreport.de erläutert Nina Kreutzfeldt (Foto), die für Kobo in Europa federführend das E-Sortiment zusammenstellt, wie sich die Kanadier von der Konkurrenz abheben wollen und in welche Richtung sich der E-Book-Markt aus ihrer Sicht entwickeln wird.

Die Gerüchteküche brodelt, Amazon will offenbar das Kindle-Programm für EPUB öffnen. Wie würde dieser Schritt den E-Book-Markt verändern?

Wir haben bei Kobo von Anfang an auf EPUB als den weltweit führenden Standard gesetzt. Wenn Amazon sich nun ebenfalls für EPUB öffnet, ist dies ein interessanter Schritt. Wie weit diese Öffnung geht, bleibt abzuwarten. Wir sind der Überzeugung, dass ein E-Reading-Angebot für die Leserinnen und Leser ein offenes System bieten sollte. Sie sollten E-Books auf einem Gerät und in einer App ihrer Wahl lesen können. Das kann ein E-Reader sein, ein Tablet, ein Smartphone oder ein PC/Mac. Wichtig ist, durch den Kauf eines Buches künftig nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden zu sein.

Wird EPUB3 bald die E-Books revolutionieren?

EPUB3 erweitert ganz wesentlich die Möglichkeiten in Hinblick auf Layout, Interaktivität und die Einbindung von Audio und Video. Dadurch wird EPUB nun auch als Format für Inhalte wie Magazine oder Lehrbücher interessant, die ein komplexeres Layout und mehr Interaktivität erfordern. Zudem können in EPUB3 enriched E-Books besser umgesetzt werden. Doch in der Praxis erwarte ich keine Revolution, sondern eine graduelle Entwicklung, in der sich Verlage die Möglichkeiten schrittweise erschließen.

In welche Richtung werden sich die webbasierten Formate entwickeln?

Technisch wachsen die Formate immer weiter zusammen: EPUB basiert auf Webtechnologien und EPUB3 führt dies weiter, nutzt HTML5. Wichtig erscheint mir, dass jederzeit ein Offline-Zugriff auf Buchinhalte möglich sein muss. Kobo beispielsweise synchronisiert Bücher, Lesepositionen und persönliche Anmerkungen zwischen mehreren Geräten, dabei sind die Daten immer auch lokal verfügbar.

Der Start von Kobo war ursprünglich für Mai geplant, viel Zeit bleibt Ihnen da nicht mehr…

Kobo startet in diesem Sommer schrittweise in Deutschland, Spanien und weiteren europäischen Ländern. Der Launch hierzulande steht kurz bevor. Wir werden den Leserinnen und Lesern ein attraktives Angebot an deutschen Büchern bieten, außerdem natürlich unseren umfangreichen englischen Katalog. Damit einher geht auch die personelle Verstärkung des Teams in Europa. Wir sind froh, mit Carsten Raimann einen erfahrenen und gut vernetzten Branchen- und Marketing-Fachmann gewonnen zu haben. Er wird u.a. auch die kommenden Social Media Aktivitäten für Kobo in Deutschland betreuen.

Unser Ziel: Wir wollen an den Erfolg in Nordamerika anknüpfen, dort ist Kobo bereits einer der drei größten E-Book-Anbieter. Dies erreichen wir durch unser Angebot: einen starken Katalog mit 2,4 Millionen Titeln und erstklassige Lese-Apps, die laufend weiterentwickelt werden. Mit unserem Reading Life Angebot sind wir führend im Bereich Social Reading.

Die Fragen stellte Lucy Kivelip.


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