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Verband
Donnerstag, 08. November 2012 (14:55 Uhr)


Branchenparlament fordert gemeinsame Metadatenbank

Appelle an die Branche

Wie kann die Buchbranche den digitalen Transformationsprozess überstehen? Diese Frage wurde zum Leitmotiv beim Treffen des Branchenparlaments im Frankfurter Buchhändlerhaus am 8. November. Es wurde deutlich, dass nicht immer alle Akteure an einem Strang ziehen.

Die Forderungen des Branchenparlaments im Detail:

  • E-Book-Daten: Das Branchenparlament appelliert an die Verlage, Daten für E-Books auf allen Plattformen gleichzeitig hochzuladen und dabei die MVB-Plattform Libreka nicht hintenanzustellen.
  • E-Book-Prozesse: Die Standardisierung der E-Book-Formate und -Prozesse sei voranzutreiben.
  • Kopierschutz: Verlage sollten auf hartes DRM verzichten und auf weichen Kopierschutz (Wasserzeichen) umstellen. Die Begründung von Lehmanns-Geschäftsführer Detlef Büttner, der die Digitalthemen forcierte: Der harte Kopierschutz berge einen großen Arbeitsaufwand, weil „selbst wohlwollende Kunden“ die Nutzungsbedingungen beim DRM-Schutz nicht nachvollziehen könnten. 
  • Metadatenbank: Osiander-Chef Hermann-Arndt Riethmüller berichtete über die Ergebnisse des Arbeitskreises, der sich mit Forderungen nach einer neuen Gebührenstaffelung und Verbesserung des VLB beschäftigt hat (buchreport berichtete). Er appellierte, dass MVB und Buchhandel gemeinsam eine Metadatenbank umsetzen, die dem Buchhandel eine zuverlässige Titelrecherche ermöglichen soll. Dazu soll der Vorstand eine Arbeitsgruppe einsetzen, die eine Metadatenbank unter Beteiligung aller Sparten konzipiert. 
  • „Prinzip Buch“: Der Vorstand wird aufgefordert, eine Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung des „Prinzip Buch“ einzusetzen und bis zum Branchenparlament im April dazu einen ersten Bericht vorzutragen.
  • Paperback-Bestsellerliste: Sortimenter und Verlage sollen die neue Paperback-Bestsellerliste des „Kultur SPIEGEL“ offensiver bewerben. Der SPIEGEL wird gebeten, die dritte Liste durch Werbung zu unterstützen. Denn: „Die Titel der dritten Liste gehören zu den umsatzstärksten aller drei Listen, was eine Präsentation in den Toplagen mehr als rechtfertigt, gar unabdingbar macht.“ Die bestehenden Hardcover- und Taschenbuchlisten sollen gleichermaßen berücksichtigt werden 

Das größte Konfliktpotenzial hatte der Appell des Sortimenterausschusses, in diesem Fall gerichtet an das Barsortiment Libri, zur Diskussion gestellt vom SoA-Vorsitzenden Thomas Wrensch. Den Vorwurf, das Barsortiment stelle sich mit seinen E-Reader- und Gutschein-Offerten in Konkurrenz zum stationären Buchhandel, konnte Libri-Geschäftsführer Moritz Hagenmüller nicht nachvollziehen: „Der E-Book-Markt ist nicht spartenrein. Ein möglichst vielfältiger und fragmentierter Handel muss das Ziel bleiben. Der Verband möchte den Zwischenhandel im E-Book-Bereich teilverstaatlichen.“ Dass diese Diskussion noch gehörig Zündstoff birgt, ließ die Bemerkung Hermann-Arndt Riethmüllers erahnen, der meinte, Libri sei „noch“ Handelspartner der Osianderschen und Konsequenzen ankündigte.

Der Vorsitzende Matthias Ulmer („Den Vorstand vor sich her treiben“) wertete das Parlament als „gelungene Veranstaltung“:

 

Mehr über die Veranstaltung lesen Sie im kommenden buchreport.express (erscheint am Donnerstag, 15. November).

 



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