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Eine Giftpille für seriöse Investoren

„Marktführer zu verkaufen“, hatte buchreport im Februar getitelt, als sowohl Weltbild wie auch Thalia von ihren Gesellschaftern ins Schaufenster gestellt wurden. Mittlerweile ist es um das Thema ruhiger geworden, schon weil keine Käufer für schwankende Buchhandelsriesen in Sicht sind:

  • Die katholischen Bischöfe haben nach dem Ärger über die Erotik-Romanverkäufe ihre Weltbild-Verkaufspläne mittlerweile beerdigt und wollen ihren Medienriesen in eine Stiftung überführen, was voraussichtlich in der Umsetzung zwar noch Monate dauern wird, aber durch die politische Grundsatzentscheidung Planungssicherheit gibt.
  • Bei Thalia hatte die Douglas-Mutter im März Verkaufsabsichten abgehakt und eigene Sanierungsschritte angekündigt: „Der Vorstand der Douglas Holding AG hat die Sitzung am Mittwoch genutzt, um dem Aufsichtsrat die Neuausrichtung der Buchhandelsparte Thalia zu präsentieren. Als wichtigstes Ergebnis hervorzuheben ist, dass der Konzern die Neuausrichtung in Eigenregie zum Erfolg bringen will. Ein Verkauf von Thalia wird dabei nicht angestrebt.“ Mit Hintertürchen: „Sollte es wie in der Vergangenheit bereits geschehen, Anfragen interessierter Dritter für Thalia geben, hat der Vorstand selbstverständlich die Pflicht, diese zu prüfen.“

Die Aussicht auf Anklopfer ist allerdings nicht groß. Nach einem Bericht der „Lebensmittelzeitung“ (LZ) sucht gleichwohl Michael Hinderer, Aufischtsratchef der Investmentbank Altium (und mit der Douglas-Führungsfamilie Kreke durch Heirat mit der Schwester von Henning Kreke verbandelt) weiterhin nach einem Käufer für Thalia. Die für Thalia notwendige Sanierung bedeute allerdings so tiefe Einschnitte, zitiert die LZ einen ungenannten Informanten aus der Private-Equity-Branche, „dass sich kein seriöser Investor den Ärger mit den Gewerkschaften antun will.“ Thalia sei auch eine „Giftpille“, die Investoren abschrecke, sich bei Douglas zu engagieren.

Die Familie Kreke sucht Investoren, die ihren Einfluss bei der Douglas AG sichern. Für Unruhe hatten die Aktienkäufe von Erwin Müller von der gleichnamigen Drogerie-Kette gesorgt.

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