(Anzeige)

(Anzeige)
Verband
Dienstag, 16. Februar 2010 (10:38 Uhr)


Landesverband NRW will mit Bundesverband fusionieren

Plädoyer für die Selbstabschaffung

Vor vier Jahren hat die Arbeitsgruppe Verbandsreform erste Schritte zum Umbau des Börsenvereins eingeleitet – dabei aber an den föderalen Strukturen nicht gerüttelt. Die vom Landesverband NRW geplante Fusion mit dem Bundesverband könnte der Zweiteilung des Börsenvereins jetzt jedoch ein Ende bereiten.

Hintergrund: In einem Schreiben an seine Mitglieder ruft der Landesverband NRW dazu auf, gemeinsam „die Weichen für seine Modernisierung zu stellen“ – und nennt drei strategische Optionen:

  • signifikante Beitragserhöhungen
  • den Leistungskatalog überprüfen und zu verschlanken
  • Oder ein „schrittweises organisatorisches Zusammenwachsen“, das in die Verschmelzung mit dem Bundesverband mündet; dabei solle das Düsseldorfer Büro erhalten bleiben, das Budget würde jedoch von Frankfurt zugewiesen.

Die NRW-Funktionäre tendieren deutlich zu Option Nummer drei, weshalb sie sich in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Vorstand des Bundesverbands am 10. Februar auf eine Absichtserklärung zur Fusion geeinigt haben. Dennoch, so die Düsseldorfer, sollten alle drei Alternativen ergebnisoffen auf der Jahreshauptversammlung des Landesverbands am 5. und 6. Mai in Bonn verhandelt werden.

„Wir sind heute in der Situation, unsere Zukunft im Börsenverein frei gestalten zu können. Sinkende Einnahmen des Landesverbands machen Veränderungen notwendig. Diese gilt es jetzt für uns zu nutzen“, erkärt Stefan Könemann, Vorsitzender des Landesverbands NRW. Durch die Fusion seien „signifikante Beitragssenkungen“ für die Mitglieder möglich, da die Landesmitgliedsbeiträge entfielen.

Auch Vorsteher Gottfried Honnefelder plädiert für eine „schlanke, leistungsfähige Verbandsstruktur“ – mit der Verschmelzung von Landesverband NRW und Bundesverband wolle man so viele Dienstleistungen wie möglich zentral erbringen und auf den Bundesverband übertragen.

Der von Honnefelder benannte „Modellcharakter“ von NRW für die „Entwicklung hin zu einer sehr effektiven und zugleich regional fest verankerten und mitgliedernahen Verbandsstruktur“ bedeutet: Voraussichtlich würden auch andere Landesverbände im Bundesverband aufgehen – was Honnefelder freilich nicht sagt: Am Ende könnte sich die Frage stellen, ob die föderale Struktur überhaupt noch Sinn macht.
 
Der Vorstoß aus Frankfurt und Düsseldorf knüpft an die Vorarbeit der 2005 aktiven Arbeitsgruppe Verbandsreform an. Diese hatte die „föderale Struktur und die Existenz der Landesverbände“ nicht grundsätzlich in Frage gestellt (hier können mehrere Dokumente zur Arbeit der AG heruntergeladen werden). Gleichwohl hatte sich das Reformer-Team um Matthias Ulmer und Martin Spencker angesichts der Finanzsituation in allen Verbänden für eine Reduzierung der Zahl der Landesverbände durch Zusammenlegung ausgesprochen.

Als Folge der Reformanstöße wurde 2007 die Abgeordnetenversammlung im Börsenverein abgeschafft.



blog comments powered by Disqus


ImpressumSitemapAGB © 2014

CMS, Programmierung Design und Hosting: www.wecotec.de